ZEIT Online: Mister Boyle, es geht in Trance um die Kraft der Hypnose. Funktioniert sie?

Danny Boyle: Oh ja, allerdings. Auch wenn ich sie selbst nie ausprobiert habe.

ZEIT Online: Nicht einmal für den Film Trance?

Boyle: Nein. Die Schauspieler haben während der Proben ein paar Sitzungen abgehalten und mochten es. Vor allem Rosario Dawson, die im Film die Hypnotiseurin spielt. Ich hatte aber ein wenig Angst. Ich bin ein Kontroll-Freak, wie viele Regisseure.

ZEIT Online: Im Film heißt es, fünf bis zehn Prozent aller Menschen könne man unter Hypnose dazu bringen, alles zu tun.

Boyle: Das ist auch so. Es ist der Grund dafür, dass Hypnose nicht mehr als Beweismittel zulässig ist. In den siebziger Jahren war es das nämlich. Aber dann kam heraus, dass man Erinnerungen in Leute platzieren kann. Die haben dann als Zeugen behauptet: "Ich habe den Angeklagten dort gesehen" – und haben damit auch die Wahrheit gesagt. Nur: Es stimmte nicht.

ZEIT Online: Heute treten Hypnotiseure in Shows vor großem Publikum auf. Derren Brown ist in England sehr erfolgreich. Wie arbeiten Bühnenkünstler wie er?

Boyle: Sie schummeln nicht mit Schauspielern. Sie picken sich aus den 500 Personen im Publikum die zwanzig bis fünfzig heraus, die leicht beeinflussbar sind. Es gibt genaue Bestimmungen darüber, was Hypnotiseure dürfen und was nicht. Weil sie Menschen dazu bringen können, alles zu tun. Ich bin sicher, dass Hypnose auf eine gute Weise genutzt werden kann. In unserem Film ist sie augenscheinlich ein gefährliches, dunkles Werkzeug.

ZEIT Online: Sie haben das Drehbuch vielen Hypnose-Experten geschickt. Wie haben die reagiert?