Der Nachwuchsregisseur David Dietl dreht einen Film über den durchschnittlichsten Deutschen. Und er nennt ihn: Thomas Müller. Wie kann er nur! Unser liebster Grinsefußballer mit den viel zu kurzen Stutzen und eingebauter Interviewspaßgarantie, den die Nation jeden Tag knuddeln will, seit er bei der WM 2010 seine Oma im Fernsehen grüßte. Der ist doch kein Durchschnitt!

David Dietl denkt: doch. Und besetzt die Figur mit Olli Dittrich. Olli Dittrich hat in seinem Leben viele grandiose Sachen gemacht. Die Doofen (Nimm mich jetzt, auch wenn ich stinke), Die Samstag Nacht Show("Ja gut, eeh"), Dittsche ("Das peeerlt, das Bieeer"), Frühstücksfernsehen ("Unser Programm ist heute wieder pickepackevoll"). Aber diesen Kinofilm, diesen König von Deutschland, den kann auch er nicht rausreißen. Der ist nicht mal durchschnittlich. Der ist einfach nur grottig.

Ein Mann, grauer Anzug, blasse Krawatte, wohnt in einem Reihenhaus. Mit einer Frau (Veronica Ferres) und einem Sohn (Jonas Nay). Er fährt einen Golf, trägt einen Seitenscheitel, eine randlose Brille und hat eine schöne runde Wohlstandsplauze.

Der Durchschnittsdeutsche lebt in seiner Durchschnittswelt. Aber wie es so kommt, damit der Film eine Handlung  bekommt, purzelt er mir nichts dir nichts aus ihr heraus. Müller verliert seinen Job, unterschreibt am selben Tag einen Hausbauvertrag und will sich gleich von einer riesigen Brücke stürzen. Klingt alles ziemlich holterdiepolter holzschnittartig konstruiert? Ist es auch. Als Retter in der Not kommt ein smarter Bursche mit Dreitagebart, Maßanzug und Prollschlitten angefahren. Heißt: Stefan Schmidt. Hat das Nummernschild: No-RM-01. Das ist hier wirklich der Witz.

Es soll Satire sein

Stefan Schmidt gibt Thomas Müller einen Job, ein Büro, ein neues Leben. Was Müller nicht weiß: Schmidt überwacht ihn, nimmt seine Gedanken und Meinungen auf und formt sie zu Wahlkampfslogans. Schmidt arbeitet für einen fettwangigen Glatzkopf aus einer Parteizentrale, der permanent raucht und den Wahlkampf seines Spitzenkandidaten voll und ganz auf die Ansichten des Durchschnittsdeutschen zuschneiden will.

Es soll eine Satire auf das politische System der Berliner Republik sein. Es soll eine Satire auf den Überwachungswahn der Politik sein. Es soll eine Satire auf die totale Vernarrtheit der Politik in die Mehrheitsmeinung sein. Aber es ist vor allem: wahnsinnig langweilig.