Manchmal erfährt man von einem Film, lange bevor er in den Kinos läuft. Dann strahlt der Name eines großen Schauspielers voraus oder der eines bedeutenden Regisseurs oder wichtigen Produzenten. Nicht so im Fall von Sharknado, der jetzt auch in manchem deutschen Kino anläuft und auf DVD erscheint.

Bevor der Film im Juli erstmals im amerikanischen Fernsehen lief, kursierte ein Trailer im Internet. Der führte dazu, dass es Sharknado am Tag seiner Erstausstrahlung schaffte, mit mehr als 5.000 Tweets pro Minute unter die Trending Topics bei Twitter zu schießen.

Warum? Der Film ist grandioser Trash. Der Titel absurd, der Plot entsprechend: Ein Tornado saugt Haie aus dem Meer und lässt sie über die Menschen regnen. Man mochte sich noch nicht einmal die Frage stellen: Meinen die Macher das ernst?

Nun ist es ernüchternde Gewissheit: Ja, sie tun es.

Dabei ist das Genre des Hai-Films seit fast 40 Jahren auserzählt, seit Steven Spielbergs Weißer Hai 1975 in die Kinos kam. Dramaturgisch, musikalisch: Was sollte da noch besser werden?

Wahrscheinlich haben sich das auch der Sharknado-Regisseur Anthony C. Ferrante und sein Drehbuchautor Thunder Levin gefragt. Und trotzig geantwortet: Wenn schon nicht besser, dann wenigstens doller.

Ihr Film, mit dem für einen Action-Sci-Fi-Film äußerst bescheidenen Budget von einer Million US-Dollar gedreht, spielt an der Westküste der Vereinigten Staaten, rund um Los Angeles. Zu Beginn herrscht unbeschwertes Strandleben in Santa Monica. Die Sonne scheint, Brüste hüpfen und markige Sprüche fallen häufiger als die Surfer von ihren Brettern.

Auf dem Pier lässt Barfrau Nova (Cassie Scerbo) die Zoten der säftelnden Alten über sich ergehen und schäkert ihrerseits mit dem Draufgänger Fin (Ian Ziering). Die Nachrichten kündigen indes den Hurrikan David an, der sich mit bedrohlicher Wucht Kalifornien nähert. Schon im nächsten Moment zerbersten die Fensterscheiben, Wassermassen fluten die Bar, die ersten Haie suchen sich ihre Opfer. Nun heißt es: ins Landesinnere fliehen.

Was knapp anderthalb Stunden lang folgt, sind herabprasselnde, gierig schnappende Haie, hysterisches Geschrei, nervös zuckende Streicher und dräuendes Dröhnen. Sowie all jene abgeschmackten Sätze, die man keinem Film zutrauen will und hier dennoch fallen: "Ich kann hier nicht rumstehen und nichts tun", "Du hättest sterben können", "Wir sollten irgendwohin gehen, wo wir sicher sind", "Fin, sei vorsichtig!", "Du wirst mich nicht aufhalten", "Solange wir hier drin sind, sind wir sicher", "Das ist doch verrückt", "Tu, was du tun musst", "Das tue ich sowieso", "Was war das?", "Oh mein Gott!". Die dazugehörigen Bilder sehen genau so aus.