US-Schauspielerin Lauren Bacall © John MacDougall/AFP/Getty Images

Lauren Bacall, eine der großen Schauspielerinnen aus Hollywoods goldener Ära, ist tot. Sie sei am Dienstag friedlich in ihrer Wohnung in New York gestorben, wie die Organisation Bogart Nachlass unter Berufung auf die Familie der Schauspielerin mitteilte. Mit "tiefer Trauer aber auch großer Dankbarkeit für ihr erstaunliches Leben" werde ihr Tod bekannt gegeben. Bacall wurde 89 Jahre alt.

Mit ihrer rauchigen Stimme, einer schlanken Figur und markanten Gesichtszügen hob sich Bacall von vielen Schauspielerinnen ihrer Zeit ab. Sie spielte in mehr als 40 Filmen mit, unter anderem in Klassikern wie Tote schlafen fest, Wie angelt man sich einen Millionär und Mord im Orient-Express.

Ihr Leinwanddebüt gab sie 1944 an der Seite ihres späteren Ehemanns Humphrey Bogart in Howard Hawks Haben und Nichthaben und wurde mit einer einzigen Szene schlagartig berühmt: Sie forderte Humphrey Bogart auf zu pfeifen, falls er sie brauche. Ein Jahr später heiratete sie den fast doppelt so alten Hollywoodstar und trat mit ihm in drei weiteren Filmen auf: Tote schlafen fest, Die schwarze Natter und Gangster in Key Largo. Die Ehe mit Bogart hielt bis zu dessen Krebstod im Jahr 1957. 

Bogie und Bacall – wie sie genannt wurden – hatten einen Sohn und eine Tochter, mit ihrem zweiten Ehemann Jason Robards bekam Bacall einen weiteren Sohn.    

2009 erhielt Bacall den Ehren-Oscar

Bacalls Filmkarriere hatte Höhen und Tiefen und war auch geprägt von längeren Phasen, in denen sie nicht vor der Kamera stand. Im Jahr 2009 erhielt sie einen Oscar für ihr Lebenswerk und ihre zentrale Rolle in der goldenen Hollywood-Ära, eine Oscar-Nominierung erhielt sie jedoch erst Jahrzehnte nach ihrem Hollywood-Debüt: Im Jahr 1997 für ihre Rolle in dem Barbra-Streisand-Film Liebe hat zwei Gesichter.

In der Zwischenzeit hatte sich Bacall da bereits verstärkt dem Theater zugewandt. Ihre Rolle in Applause – einer Musical-Version des Klassikers Alles über Eva – brachte ihr 1970 ihren ersten Tony-Award ein. Ihren zweiten Tony holte sie elf Jahre später für ihre Darbietung in Woman of the Year

Bogart war ihr großes Glück

Mit ergrauten Haaren trat die Schauspielerin in den letzten Jahren noch vor die Kamera. Mit Nicole Kidman war sie 2003 in dem Thriller Dogville zu sehen, in Paul Schraders The Walker (2007) spielte sie eine ältere Dame, die die Begleitung eines homosexuellen Gigolos schätzt.

Als Bacall mit 85 Jahren den Ehren-Oscar in Empfang nahm, stemmte sie die Trophäe mit einem lautstarken "Ja" in die Luft. Dann dankte sie Regisseur Howard Hawks, dass er sie als blutjunge Schauspielerin mit Bogart zusammenbrachte. "Das war mein großes Glück, denn er (Bogart) war nicht nur ein wunderbarer Schauspieler, sondern auch ein außergewöhnlicher Mann, der mein Leben veränderte." Mit ihrem frech-charmanten Witz beendete Bacall ihre Rede, dass sie froh sei, überhaupt noch zu leben. "Das hat einige von euch sicher überrascht", sagte sie vor versammelter Oscar-Prominenz. Sie denke noch lange nicht daran zu gehen.

Hollywood trauert

Barbra Streisand hat erschüttert auf den Tod ihrer ehemaligen Filmpartnerin reagiert: Es sei ein schrecklicher Verlust, sagte sie Entertainment Weekly. "Es war ein Privileg, dass ich sie kennen, mit ihr spielen und ihre Regisseurin sein durfte. Aber vor allem, sie als weise und liebevolle Freundin gehabt zu haben. Sie war ein Original", sagte Streisand.