Der britische Schauspieler und Regisseur Richard Attenborough ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Das teilte sein Sohn der BBC am Sonntag mit. Jahrzehntelang dominierte Attenborough als Darsteller und Direktor die Welt des britischen Films. Im Jahr 1982 drehte er Gandhi, mit dem er acht Oscars gewann, unter anderem den Award für den "Besten Film". Der Film über den indischen Unabhängigkeitskämpfer Mahatma Gandhi war sein größter Erfolg. 

Nach seinem Schauspieldebüt am Theater in London feierte er seinen Durchbruch 1963 an der Seite von Steve McQueen und Charles Bronson in dem Film Gesprengte Ketten. Es folgten viele Jahre, in denen Attenborough ausschließlich aus Regisseur und Produzent arbeitete.

Für seine Regiearbeit an Cry Freedom, ein Film über das Leben des südafrikanischen Bürgerrechtlers Steve Biko, erhielt er eine Oscar-Nominierung. Ausgezeichnet wurde er nicht nur für seine Arbeit am Filmset, sondern auch für sein humanitäres Engagement, etwa als Botschafter der UNICEF. Sein Kriegsfilm Die Brücke von Arnheim (1977) fand auch in Deutschland große Beachtung. Zu seinen bekannten Werken gehören zudem das filmische Porträt über Charlie Chaplin Charlie (1992), A Chorus Line (1985) und das Drama In Love and War (1996) über die erste Liebe Hemingways.

1993 war Attenborough dann erstmals wieder vor der Kamera zu sehen. Mit der Besetzung bei Jurassic Park erfüllte Steven Spielberg ihm nach eigenen Angaben einen langen Traum. Im gleichen Jahr ernannte ihn die Queen zum Lord Attenborough of Richmond-on-Thames und verlieh ihm damit die Berechtigung, im Oberhaus Politik zu machen.