Der traurige Clown ist keine gute Figur. Früher gehörte er in den Zirkus. Heute bewohnt er die Abteilung naive Malerei, er lebt auf diesen blassrosa Bildern, mit denen Möbelhäuser dekoriert werden und Foyers günstiger Hotels, wo er alle Menschen daran erinnert, dass Clownerie nur Maskerade ist und dahinter Ernst steckt, dass auf einen Witz oft der Absturz folgt. 

Comedy is acting out optimism.
Robin Williams

Robin Williams war ein trauriger Clown. Doch er gehörte unbedingt auf die große Bühne. Er gehörte auf die Kinoleinwände, vor denen wir uns pausenlos fragten, woher diese Traurigkeit kommt, mit der er uns ansah und woher plötzlich dieser Witz, der oft so ganz anders war als die bezugslose Heiterkeit, die in Hollywood verbreitet wird. In der Rolle seines Lebens, als Psychiater Sean Maguire in Good Will Hunting, nachdem Matt Damon ihn beschimpft, verspottet und gedemütigt hat, seufzt Williams nur leise: "Was weißt du schon." 

Ja, was wissen wir schon über Williams? Über diesen Schnellsprechautomaten, dieses übersprudelnde Improvisationsgenie, dem Autoren bereitwillig Leerstellen in den Drehbüchern überließen, weil sie sicher sein konnten, dass Williams' Geistesblitze sie füllen würden. Geboren 1951 in Chicago, Kind wohlhabender Eltern, abgebrochenes Politikstudium, Ausbildung an der Eliteschauspielschule Juilliard. Wir wissen von Alkoholproblemen, wir wissen von Drogen, weil wir über Klatsch immer informiert sind. Aber Williams' Humor – wo soll man da anfangen?

Es heißt oft, Komik entstünde, wenn jemand über seine eigene moralische Statur stolpert. Williams' Komik schien oft aus Notwehr entsprungen zu sein, eine Komik gegen den Verlust wie in König der Fischer oder eine, die sich mit einer oder Hunderten Pointen gegen das Grauen stemmt wie in Good Morning, Vietnam. Ein Anplappern, ein Herumalbern, eine Lust am Entgrenzten und Überschüssigen, ein gütiger Humor, aus der Freude am kindlich Unschuldigen, das er auch als Peter Pan in Hook so beeindruckend verkörperte. Williams war einer der wenigen Schauspieler, der mit seiner Mimik schon einen Aphorismus erzählen konnte.