Nicht noch einmal will Laura mit einem Mann ein Kind bekommen, das weiß sie genau. "Zumindest mit keinem, den ich kenne", schickt sie hinterher. "Höchstens per Samenspende." Seit drei Jahren hat Laura eine Tochter, Stella Luna, zweimal wurde sie wegen des Sorgerechts verklagt. Zuerst von der Schwiegermutter, anschließend vom Vater ihres Kindes. Sie selbst ist gerade 18 geworden.

Viel Zeit zum Erwachsenwerden bleibt keiner der vier jungen Mütter, die die Filmemacherin Cornelia Grünberg für ihr dokumentarisches Langzeitprojekt begleitet. Dessen erster, 2012 auf der Berlinale präsentierter Teil Vierzehn – Erwachsen in 9 Monaten drehte sich noch um geplatzte Kondome, kurzfristig abgesagte Abtreibungstermine und desinteressierte Jungväter. Nun kommt mit Achtzehn – Wagnis Leben die Fortsetzung in die Kinos. Aus schwangeren Teenagern sind gereifte Mütter mit einem Sinn für Verantwortung geworden – wenn auch manche junge Frau noch erschreckend unbedarft daherkommt.

Die Beziehungen zu den Kindsvätern sind allesamt gescheitert, neben Laura streitet auch Steffi ums Sorgerecht. Der Vater ihres Sohnes Jason hatte sich bald nach der Geburt als untreu entpuppt. Nun lebt sie von 80 Euro im Monat im hessischen Heimatdorf (das tatsächlich "Sterbfritz" heißt), den Hauptschulabschluss frisch in der Tasche.

Fernab der vermeintlich seligen Wohlstandskinder, weit weg von Porsche-Buggy und glutenfreiem Bioeis richtet Grünberg ihre Kamera auf weniger privilegierte Kleinstadtfamilien, bei denen Romantik kaum ihren Platz findet in einem Alltag aus nüchternem Pragmatismus. Fabienne träumt mit 15 davon, einmal im Brautkleid wie eine Prinzessin auszusehen. Heiraten will sie trotzdem nicht, aus Angst vor der teuren Scheidung.

Regisseurin Grünberg verzichtet auf Off-Kommentare, sie entgeht so der Gefahr einer Wertung. Stattdessen reden die jungen Mütter, deren Eltern und neue Partner. Vor allem aber ist Grünberg extrem nah dran am Geschehen. Sie macht den Zuschauer zum Zeugen all der kleineren und größeren Dramen.