Der Schauspieler Joachim Fuchsberger ist tot. Der 87-Jährige starb in seinem Haus bei München, wie seine Frau der Nachrichtenagentur dpa mitteilte. In den vergangenen Wochen sei ihr Mann in mehreren Kliniken behandelt worden und danach wieder nach Hause gekommen. "Er war fröhlich. Er dachte, es klappt."

Fuchsberger war einer der bekanntesten Entertainer im deutschen Fernsehen; jahrzehntelang unterhielt er die Zuschauer – als Schauspieler und Showmaster. "Ich bin der Fernsehsaurier", hatte "Blacky" zu seinem 80. Geburtstag am 11. März 2007 gescherzt.

Im Fernsehen sahen die Zuschauer Fuchsberger zunächst vor allem in Krimis. Nach kleineren Rollen, unter anderem in Wenn ich einmal der Herrgott wär, gab ihm der Regisseur Paul May in seinen drei 08/15-Filmen (1954) die wichtige Hauptrolle des Gefreiten Asch. Die Rolle in dem Kriegsdreiteiler machte ihn bei einem breiten Publikum bekannt. 

Filme und TV-Serien

Fuchsberger drehte mehr als 60 Filme. Mehrfach war er zu sehen in der Rolle des jugendlichen Liebhabers. In den beliebten Edgar-Wallace-Filmen Der Hexer und Der schwarze Abt spielte er den Kriminalbeamten, 2007 kehrte er in einer Nebenrolle noch einmal zurück – in der Edgar-Wallace-Parodie Neues vom Wixxer.

Außerdem spielte er in diversen Heimatfilmen mit, wie sie in den fünfziger und sechziger Jahren sehr beliebt waren. Er selbst formulierte einmal, es gebe "Schauspieler, Darsteller und Komödianten. Ich gehöre zu den brauchbaren Darstellern".

In den siebziger Jahren wechselte der gebürtige Stuttgarter ins TV-Geschäft. Zu seinen ersten Fernsehserien gehörten Der heiße Draht (1973/74) und Spiel mit mir (1975/76). Im Januar 1977 startete er die große Unterhaltungs-Show Auf Los geht's los, die bis 1986 lief, ab 1990 moderierte er Was bin ich?.

Fuchsberger, ein charmanter Plauderer

Mit seiner Talkshow Heut' abend brachte es Fuchsberger auf 300 Ausgaben. Viele seiner prominenten Gäste vertrauten dem charmanten Plauderer mit den grau-melierten Haaren Geheimnisse an, die sie woanders noch nicht preisgegeben hatten.

Mit seinem Buch Alt werden ist nichts für Feiglinge landete er 2010 einen Bestseller. Im Alter spielte er auch wieder Theater und stand ab 2001 in dem Stück Der Priestermacher 170 mal mit Ralf Bauer auf diversen deutschen Bühnen. 2004 spielte er dasselbe Stück 61 mal mit Pascal Breuer in München in der Komödie im Bayerischen Hof.

Zu den Strapazen der Tournee befragt, sagte Fuchsberger, er halte es für seine Pflicht, sich von seinem Publikum, das ihm all die Jahrzehnte die Treue gehalten habe, persönlich zu verabschieden.