Leonard Nimoy als Mr. Spock in der "Star-Trek"-Episode "Amok Time" von 1967 © CBS/Landov/dpa

Der US-Schauspieler Leonard Nimoy ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Vor allem durch die Rolle als Halb-Vulkaniers Mr. Spock in der Fernsehserie Star Trek (Raumschiff Enterprise) ist er weltberühmt geworden. Am Freitag starb Nimoy in Los Angeles an einer Lungenerkrankung. Vor einem Jahr hatte er die Erkrankung öffentlich gemacht, die er auf jahrelanges Rauchen zurückführte.

Der Sohn jüdisch-orthodoxer Einwanderer aus der Ukraine begann seine Karriere als Kinderdarsteller in seiner Geburtsstadt Boston. Er spielte in zahlreichen Filmen und TV-Serien mit und arbeitete auch als Regisseur, Produzent und Fotograf, zudem verfasste er Gedichte.

Bekannt wurde Nimoy allerdings vor allem in seiner Rolle als Mr. Spock, dem ersten Offizier auf dem Raumschiff Enterprise. Kultstatus erlangten seine Ein-Satz-Analysen und sein mit erhobener Augenbraue vorgetragenes "Faszinierend".

Lange Zeit tat Nimoy sich schwer damit, nur auf diese eine Rolle reduziert zu werden. Seine erste Autobiografie aus dem Jahr 1977 trug den Titel Ich bin nicht Spock. Später fand er sich damit ab. 

"Live long and prosper"

Seine zweite Autobiografie aus dem Jahr 1995 hieß dann auch Ich bin Spock. "Wie viele Schauspieler können schon von sich behaupten, dass sie über Jahrzehnte hinweg mit einer bestimmten Rolle identifiziert werden?" Das sei eine ganz besondere Ehre. "Zum Glück sind die Witze über meine Ohren weniger geworden." Seine Tweets beendete er immer mit dem Kürzel LLAP, was für den vulkanischen Gruß "live long and prosper" steht. 

Auch politisch war Nimoy engagiert. Im Nahostkonflikt sprach er sich 2011 für eine Zwei-Staaten-Lösung aus. In einem offenen Brief verwies er unter anderem auf die Star-Trek-Episode Let That Be Your Last Battlefield (Bele jagt Lokai, 1969), in der sich ein schwarz-weißer Mutant vom Planeten Cheron und ein weiß-schwarzer Gegenspieler im Namen ihrer historischen Identität bekämpfen. Der Vergleich solle "die sehr realen Probleme, die Israelis und Palästinenser trennen, nicht herunterspielen", sagte Nimoy. Das fiktive Drama zeige aber, dass ein Mythos zur Falle werden könne. Ein Kompromiss müsse durch Landtausch zu "zwei Staaten für zwei Nationen" führen; der von Palästinensern bewohnte Teil Jerusalems solle Hauptstadt Palästinas werden.

Sein Schauspielkollege William Shatner alias Captain Kirk, fast auf den Tag genauso alt wie Nimoy, verabschiedete sich mit den Worten: "Ich habe ihn wie einen Bruder geliebt. Wir alle werden seinen Humor, seine Begabung und seine Fähigkeit zu lieben vermissen."