Der große deutsche Filmregisseur und Drehbuchautor Helmut Dietl ist tot. Er starb nach Informationen der ZEIT im Alter von 70 Jahren am Montagmittag im engsten Familienkreis in seiner Münchner Wohnung. 

Zu Dietls bekanntesten Filmen zählen Schtonk!, eine Persiflage auf die Affäre um die Veröffentlichung der Hitler-Tagebücher, und die Komödie Rossini über die Eitelkeiten der Filmbranche. Dietl war in vierter Ehe verheiratet mit der Business-Trainerin und Journalistin Tamara Dietl.

Das Paar hat eine Tochter im Schulalter; aus früheren Beziehungen hat Dietl zwei weitere, erwachsene Kinder. In einem Gespräch mit der ZEIT hatte Dietl im November 2013 offenbart, dass er schwer an Lungenkrebs erkrankt sei. Einer Chemotherapie oder Bestrahlung stand er damals skeptisch gegenüber. Später hatte er sich doch einer Behandlung unterzogen.

"Deutsche Antwort auf Woody Allen"

Dietl wuchs in München auf und studierte Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte, allerdings ohne einen Abschluss zu machen. Er galt als Autor und Regisseur von bissigen und zugleich melancholischen Filmen. Von Fachkritikern wurde er als "deutsche Antwort auf Woody Allen" bezeichnet.

Seine Vorabendserie Münchner Geschichten (1974–1975) brachte ihm 1976 den ersten Grimme-Preis ein. Zur Kultserie wurde auch Der ganz normale Wahnsinn (1979–1980). Die Serie wurde vom BR mit sieben Folgen konzipiert, wegen des großen Erfolgs aber um fünf weitere ergänzt.

Sein erster Kinofilm Schtonk! wurde ein Publikumserfolg, 1992 erhielt Dietl dafür den Deutschen Filmpreis und ein Jahr darauf eine Oscar-Nominierung als bester nicht-englischsprachiger Film. Auch für seine Gesellschaftssatire Rossini, oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief erhielt Dietl mehrere Auszeichnungen, darunter den Deutschen Drehbuchpreis (zusammen mit Co-Autor Patrick Süskind) und den Ernst-Lubitsch-Preis.

Weniger Aufmerksamkeit als die früheren Arbeiten bekam der Spielfilm Vom Suchen und Finden der Liebe, eine Adaption des Orpheus-und-Eurydike-Stoffes als Tragikomödie, an deren Drehbuch erneut Süskind beteiligt war. Sein letzter Film war Zettl im Jahr 2012.

Im Jahr 2014 erhielt Helmut Dietl den Deutschen Filmpreis sowie den Bambi für sein Lebenswerk.