In der HBO-Serie The Brink, die diesen Sonntag startet und in Deutschland bei Sky zu sehen ist, spielt der Komiker Jack Black den Schürzenjäger Alex Talbot, einen unbedeutenden Mitarbeiter der amerikanischen Botschaft in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. Talbot schlägt die Zeit damit tot, sich zum Markt chauffieren zu lassen, um dort Gras zu einzukaufen, und schmiedet Pläne, wie er die heiße Kollegin aus der dänischen Botschaft verführen könnte. Dazu macht Jack Black sein Jack-Black-Gesicht.

Talbots Möchtegern-Playboy-Leben wird aber gleich in der ersten Folge von der Weltgeschichte aus den gewohnten Bahnen gerissen: Ein pakistanischer General stürzt die Regierung und reißt die Macht an sich. Den amerikanischen Außenminister Walter Hollander (Tim Robbins), die zweite Hauptfigur der Serie, erreicht diese Nachricht, als er gerade mit einer asiatischen Geliebten zugange ist. Nachdem er sich aus den Seidenfesseln ihres Sexspielchens befreit hat, lässt er sich erst einmal unauffällig Alkohol in den Situation Room des Weißen Hauses servieren, damit er die Krisensitzung durchhält.

Und am dritten Schauplatz von The Brink, einem Flugzeugträger im arabischen Meer, hat der Pilot Zeke (Pablo Schreiber) derweil Schwierigkeiten damit, seine Affären und sein Geschäft mit geschmuggelten Aufputschmitteln für die Besatzung unter einen Hut zu kriegen. Ein dritter Weltkrieg passt ihm da so gar nicht in den Zeitplan.

Die Lage verschärft sich trotzdem weiter, als der neue Militärdiktator Pakistans in einer Fernsehansprache erklärt, dass er die amerikanischen Drohnenangriffe in seinem Land ab sofort unterbinden werde. Schließlich sei ihm klar, dass damit elektromagnetische Strahlung freigesetzt werden soll, um Pakistans Männern ihre Potenz zu rauben. "Wir machen das nicht wirklich, oder?" erkundigt sich Hollander bei der US-Geheimdienst-Chefin.

Außerdem habe er, lässt der neue Diktator wissen, genug von zionistischen Aggressionen und werde diese Gefahr endgültig beseitigen. Hier hat gerade, so sieht es aus, ein komplett Verrückter den Schlüssel für die pakistanischen Nuklearsprengköpfe in die Hand bekommen.

Absurdes Theater

Die Idee, dass Weltgeschichte erst am Abgrund besonders lustig und absurd wird, ist mindestens so alt wie Atombombe. Sie hat schon große Kunstwerke inspiriert, von Kubricks Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben bis zu Dürrenmatts Die Physiker. Die Gags, die The Brink aus dieser Standardsituation des absurden politischen Theaters herausholt, erinnern aber eher an Hangover: Zeke und sein Copilot haben vor dem Abflug zu  ihrer Mission, Pakistans Atomsprengköpfe auszuschalten, leider die Aufputschmittel mit halluzinationsfördernden Schmerzmitteln vertauscht.

Die Ergebnisse kann man sich ungefähr denken. Am Ende kotzt der Copilot während der Live-Schalte zum Weißen Haus die Kamera voll. Hollander hingegen hat auf dem Höhepunkt der Krise einen entzündeten Nierenstein ("It feels like I’m shitting through my cock!"). Dann fällt ihm mitten im entscheidenden Gespräch mit dem indischen Außenminister auch noch sein Handy ins Klo.