Der Schweizer Theaterregisseur Luc Bondy ist im Alter von 67 Jahren gestorben. Das teilte das Pariser Odéon-Theater mit, das Bondy seit 2012 leitete. Der Regisseur war zuletzt schwer krank gewesen. Eine für Januar geplante Othello-Inszenierung musste verschoben werden. Von 2002 bis 2013 hatte er die Wiener Festwochen geleitet.

Bondy wurde am 17. Juli 1948 in Zürich geboren. Sein Vater war der Literaturkritiker und Publizist François Bondy. Nach seiner Ausbildung an der Schauspielschule von Jacques Lecoq debütierte er am Théâtre Universitaire International in Paris.

1969 wurde Bondy Regieassistent am Hamburger Thalia Theater. Bis Mitte der 1970er Jahre bearbeitete er als Regisseur für verschiedene Bühnen unter anderem Stücke von Henrik Ibsen, Botho Strauß, Samuel Beckett, Arthur Schnitzler und William Shakespeare.

Seine Theaterarbeit war stets mit Deutschland verbunden. Er inszenierte an großen deutschen Bühnen, darunter in München, Hamburg, Frankfurt am Main, Köln sowie am Berliner Ensemble und an der Schaubühne. Deren künstlerischer Kodirektor er von 1985 bis 1987 wurde. Anschließend arbeitete er dort bis Mitte der 1990er Jahre als Regisseur. Seit 2011 arbeitete Bondy am Pariser Odéon-Theater.