Drogen sind ein Stoff, der immer geht. Auch im Film. Das hat Netflix mit Breaking Bad gelernt und in diesem Jahr mit der Serie Narcos wiederholt. Sie erzählt Teile der Biografie von Pablo Escobar, dem reichsten Drogenhändler seiner Zeit. Der Kolumbianer sorgte dafür, dass Florida in den siebziger Jahren kokainabhängig wurde und hinterließ aus seinem System aus Anbau, Korruption und Terrorismus ein Privatvermögen von geschätzten 30 Milliarden Dollar. Das Erstaunlichste an Narcos ist die Lakonie, mit der hier grausame Bluttaten begangen und Leben im Vorbeigehen ausgelöscht werden, während sich Escobar einen Drink genehmigt. Wagner Moura spielt die Hauptrolle so einnehmend süffisant, dass der Zuschauer sich dabei ertappt, sogar Sympathien für Escobar zu entwickeln. Aber Narcos ist eben nicht bloß irgendein südamerikanisches Krimimärchen. Daran erinnert die Serie immer wieder, indem sie historische Bilddokumente in die Handlung einwebt und ganze Szenen in spanischer Originalsprache belässt: Der größte Horror ist die Realität.

RABEA WEIHSER

"Narcos" ist verfügbar auf Netflix.