Der Schauspieler Bill Cosby hat gegen sieben Frauen Klage wegen Rufmord erhoben. Sie gehören zu den 50 Frauen, die den 78-Jährigen des sexuellen Missbrauchs bezichtigen. Die Anschuldigungen seien ein "opportunistischer Versuch, sich zu bereichern", zitiert die Deutschen Presse-Agentur aus der Klageschrift.

Die Klage sei vor einem Gericht in Springfield im Bundesstaat Massachusetts eingereicht worden, teilte eine Anwältin mit. Neben Verleumdung wirft Cosby den Frauen vor, ihm vorsätzlich "seelisches Leid" zugefügt zu haben.

Die Vorwürfe gegen ihn seien haltlos. Den Frauen gehe es darum, Cosbys Ruf zu zerstören. Der Komiker verlangt Entschädigung und will, dass die Frauen vom Gericht gezwungen werden, ihre Anschuldigungen gegen ihn öffentlich zurückzunehmen. Es gab keine Angaben zur Höhe seiner Forderungen, berichtete der Sender CNN.

Die Klage ist Cosbys bisher offensivster Schritt seit Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe. Bislang hatte er die Anschuldigungen bestritten, sich allerdings nie öffentlich dazu geäußert. Einen Strafprozess gab es noch nicht, aber es laufen mehrere Zivilklagen gegen ihn. Viele der angeblichen Übergriffe liegen Jahrzehnte zurück und gelten deshalb als verjährt.

In der Klageschrift weisen die Anwälte die Anschuldigungen der sieben Frauen Punkt für Punkt zurück. Die Vorwürfe hätten Cosby zutiefst verletzt, seinem Ansehen und Image geschadet und geschäftliche Pläne zunichte gemacht, heißt es. Die Juristen sprechen von einer Kampagne, in der die Klägerinnen es darauf abzielten, Cosbys Ansehen zu zerstören und ein geplantes TV-Comeback zu verhindern.

Vorwürfe von Betäubungsmitteln und Vergewaltigungen

Wiederholt behaupteten Frauen, Cosby habe ihnen Karriere-Hilfe angeboten. Sie gaben an, dass er sich als Gentleman präsentierte und sie nach Hause, ins Hotel oder zu Partys einlud. Dort soll er sie dann begrapscht oder sogar vergewaltigt haben. Es wurde auch behauptet, dass er ein starkes Beruhigungsmittel einsetzte.

Für Cosbys Karriere sind die Vorwürfe im vergangenen Jahr mehr und mehr zum Problem geworden. Der Fernsehsender NBC sagte die Vorbereitungen zu einer neuen Serie ab, Wiederholungen der Cosby Show wurden gestrichen, einen Sitz im Kuratorium der Temple University in Philadelphia hat der Komiker abgegeben.

Der Themenpark Walt Disney World in Florida entfernte eine Bronzebüste des Komikers, während sich ein Verlag gegen die Taschenbuch-Ausgabe einer Cosby-Biografie entschied. Bei einigen Auftritten wurde Cosby beschimpft, einige Veranstaltungen sagte der einst beliebte Unterhalter ab.