Auf absehbare Zeit wird es keine Kooperationen zwischen dem deutsch-französischen Fernsehsender Arte und dem polnischen Sender TVP mehr geben. Wegen des von der nationalkonservativen Regierung verabschiedeten Mediengesetzes setzt Arte die Zusammenarbeit mit dem öffentlich-rechtlichen Kanal bis auf Weiteres aus. Wie Arte mitteilte, wird es keine neuen Koproduktionen geben, solange Arte nicht die Gewissheit hat, dass in Polen die Meinungsfreiheit, die redaktionelle Vielfalt und die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Senders gewährleistet sind.

"Wir bedauern sehr, diese Entscheidung treffen zu müssen, da unserem Sender die Beziehung mit Polen besonders wichtig ist", schrieben Arte-Präsident Peter Boudgoust und seine Stellvertreterin Anne Durupty in einem Brief an den TVP-Intendanten Jacek Kurski.

Das umstrittene Mediengesetz gibt der nationalkonservativen Warschauer Regierung die Möglichkeit, über Führungsposten in den öffentlich-rechtlichen Medien zu entscheiden. Der nationalkonservative Politiker Jacek Kurski war erst kürzlich zum Chef von TVP aufgestiegen. Seitdem wurden mehrere Journalisten der Nachrichtensendungen entlassen oder kündigten selbst. 

In einem Brief an Kurski schrieb Arte-Präsident Boudgoust, dass in den kommenden Monaten wieder eine engere Zusammenarbeit möglich sei. Zwischen Arte und TVP besteht den Angaben zufolge seit 2001 ein Assoziierungsabkommen. 

Arte plant zudem, ab Herbst 2016 eine Auswahl an Programmen mit polnischen Untertiteln anzubieten. Arte po polsku soll die bestehenden Angebote Arte in English und Arte en español ergänzen, die online abgerufen werden können.

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