Berlinale Shorts - "Xenos" – ein Kurzfilm von Mahdi Fleifel 2010 flüchtet der Palästinenser Abu Eyad zusammen mit anderen aus dem größten palästinensischen Flüchtlingslager im Libanon, Ain al-Hilweh. Doch in Griechenland erleben sie alles andere als das bessere Leben.

Athen bei Nacht: Zwei Flüchtlinge durchstreifen die Stadt. An einer Hauswand steht auf Englisch ein Zitat von Sokrates: "Ich bin kein Athener oder Grieche, sondern ein Bürger der Welt."

Die Männer können es nicht übersetzen. Als Bürger der Welt fühlen sie sich nicht: Ihr Leben in der griechischen Hauptstadt ist geprägt von chronischem Geldmangel und ihrer Sucht nach Drogen.

Der dänische Filmemacher Mahdi Fleifel kommt den jungen Männern ganz nah. Seine Freundschaft zu Abu Eyad, einem der Protagonisten des Films, macht es möglich, dessen Sehnsüchte und Albträume mitzuerleben.

Fleifel hatte seinen Freund bereits in seinem Dokumentarfilm A World Not Ours gezeigt, in dem er drei Generationen von Flüchtlingen im palästinensischen Lager Ain al-Hilweh im Libanon porträtierte und für den er 2013 mit dem Friedensfilmpreis der Berlinale ausgezeichnet wurde.

In diesem Jahr setzt er das Thema im Rahmen der Berlinale Shorts mit A Man Returned fort: Ein Freund von Abu Eyad ist in das Flüchtlingslager im Libanon zurückgekehrt. Er will heiraten, aber die Zeit in Athen hat ihn verändert.

Berlinale Shorts - "Impossible Exchange"– ein Kurzfilm von Mahmoud Hojeij Ein Kontakt zwischen zwei Fremden: Der eine will einen Teppich verkaufen, der andere der Situation schnell entkommen. Ein Austausch von Waren und Empathie scheint ausgeschlossen.

Wie würdig kann das Zusammentreffen zwischen Menschen sein, wenn die einen reich sind und die anderen deren Geld dringend brauchen, um zu überleben? Die Situation an einer Schleuse in Ägypten zeigt beispielhaft das Ungleichgewicht zwischen Europäern und Menschen aus Nordafrika. Der libanesische Regisseur Mahmoud Hojeij reflektiert in seinem Filmessay über den Unsinn von Visa und das soziale Gefälle, das eine Begegnung auf Augenhöhe verhindert.

Berlinale Shorts - "Fair Trade" – ein Kurzfilm von Michael Dreher Eine Frau aus Deutschland will sich mit einer illegalen Adoption ihren Kinderwunsch erfüllen. Sie reist zur Straße von Gibraltar. Dort läuft alles ganz anders als geplant.

In einer Welt, in der es keine Gleichheit gibt, ist ein Menschenleben unterschiedlich viel wert. In Fair Trade formt Regisseur Michael Dreher daraus ein Drama, das im Jahr 2007 den Kurzfilmpreis des Filmfestivals Max Ophüls Preis erhielt.

Eine Frau bedient sich eines Menschenhändlers, um ein Baby zu bekommen. Kurz vor der geplanten Übergabe beginnt sie zu zweifeln. Was sie nicht ahnt: So ehrenwert ihre moralische Einsicht im letzten Moment sein mag, sie nützt dem Kind nichts. Der Zuschauer erlebt mit, dass das Baby für den Menschenhändler eine Ware ist.

In diesem Jahr zeigen die Berlinale Shorts und ZEIT ONLINE gemeinsam insgesamt zehn Kurzfilme. Die Auswahl zeigt, wie unterschiedlich Regisseure auf dokumentarische, experimentelle und szenische Art und Weise mit den Themen Flucht, soziale Kluft, Abschied, Heimat und Fremde umgehen. Die Kurzfilme sind für sechs Wochen online abrufbar.