Hausi hat Angst. Vor Kurzem ist ein neuer Nachbar in sein Haus gezogen. Er hört orientalische Musik und verhält sich anders als Hausi, der alles schön ordentlich liebt. Hausi fantasiert, sieht aus der Tageszeitung Minarette wachsen und fühlt sich vom neuen Nachbarn bedroht.

Vier Filmstudenten der Hochschule Luzern schufen die Puppenanimation rund um Hausi und seine Unruhe. Sie setzen sich darin auf ironische Art und Weise mit den Überfremdungsängsten ihrer Landsleute auseinander. Im Jahr zuvor hatten die Schweizer in einer Volksabstimmung dafür gestimmt, dass es durch die Schweizer Verfassung verboten wird, Minarette zu bauen.

"Als ich kam, wusste ich nichts über Abschiebung. Ich kam wie jeder andere auch." Giancarlo erzählt, wie sein Leben als illegaler Flüchtling in Schweden ist. Er ist zwölf Jahre alt und der Zwang, nicht von der Polizei entdeckt zu werden, ist eine Bürde, die ihn zu erdrücken droht.

Die schwedischen Dokumentaristen Hanna Heilborn, David Aronowitsch und Mats Johansson zeichneten zunächst ein Interview mit dem jungen Flüchtling auf. Dann entwickelten sie die animierten Charaktere, die die Interviewsituation zum Originaltondokument nachstellen. Die nüchterne Erzählung des Jungen wird auf diese Weise packend. Ihren Stil der animierten Dokumentation setzen die Filmemacher erstmals bei diesem Film ein. Der Film erhielt Auszeichnungen auf verschiedenen Filmfestivals.

"Pebbles At Your Door" – ein Kurzfilm von Vibeke Bryld Eine Frau in Pjöngjang erfährt, dass ihre Mutter noch lebt: in Südkorea. Sie verlässt das Land, um ihre Familie wiederzufinden.

Es ist die Lebensbeichte einer Frau aus Nordkorea: Harmonia gehört der Elite an, ist verheiratet mit einem hohen Militär. Als sie erfährt, dass ihre Mutter und Schwester in den Süden gingen ohne sie mitzunehmen, will sie ihre Verwandten finden. Sie bricht alle Verbindungen ab, um ihren Mann und ihre eigenen Kinder nicht zu gefährden. Und kommt nie dort an, wonach sie sich sehnt.
Die dänische Filmemacherin Vibeke Bryld setzt aus Fotografien, Tondokumenten und Postkarten das Leben der Protagonistin zusammen zu einem melancholischen Bilderbogen.

Die drei Filme haben Berlinale Shorts-Kuratorin Maike Mia Höhne und ZEIT ONLINE gemeinsam ausgewählt. Sie stehen für sechs Wochen online.