Oscarverleihung: Da ist das Ding!

Weltmeister im Schauspielen: Endlich hat Leonardo DiCaprio den Oscar bekommen. Dafür musste er aber einiges auf sich nehmen. Die Gala-Nacht zum Nachlesen


  • Im sechsten Anlauf gewinnt Leonardo DiCaprio den Oscar als bester Hauptdarsteller in dem Überlebenswestern The Revenant.
  • Als beste Hauptdarstellerin wurde Brie Larson in The Room geehrt.
  • Bester Film wurde Spotlight. Er erzählt vom größten Missbrauchsskandal in den USA. Die Drehbuchautoren Josh Singer und Tom McCarthy bekamen ebenfalls die begehrte Trophäe.
  • Alejandro González Iñárritu erhielt den Regie-Oscar für The Revenant.
  • Die Schwedin Alicia Vikander wurde als beste Nebendarstellerin in dem Transsexuellendrama The Danish Girl ausgezeichnet.


  • Mark Rylance ist bester Nebendarsteller für seine Rolle in Bridge of Spies.
  • Mad Max: Fury Road triumphierte: Es gab Academy Awards für das Kostüm- und das Produktionsdesign, für den Film- und den Tonschnitt, die Tonmischung sowie Make-up/Hairstyling.
  • Son of Saul erzählt vom Horror im KZ Auschwitz. Dafür gab es den Oscar als bester ausländischer Film. Amy wurde als beste Dokumentation ausgezeichnet.
  • Die Nominiertenliste hatte für große Empörung gesorgt, weil kein Anwärter in den Kategorien Bester Schauspieler/Beste Schauspielerin afroamerikanischer Herkunft ist.


Unser Autor Dirk Gieselmann hat die Preisverleihung hier im Live-Blog begleitet:

  • 6.03 Uhr

    Meine vier Leben sind jetzt offenbar aufgebraucht, liebe Leser. Ich verabschiede mich am Ende einer langen Nacht, ohne zu wissen, wer mir überhaupt bis an ihr Ende folgen mochte. Und denken Sie immer dran: "Wer nur vom Kino etwas versteht, der versteht auch davon nichts." (Michael Althen) Auf Wiedersehen.

  • 6.02 Uhr

    Und dann ist es ganz plötzlich vorbei, abmoderiert und abgespannt wie Dalli Dalli. Die Dalli-Dalli-Sendung vom 7. April 2015 war ja mein Favorit aufs Beste Drehbuch – mit diesem Jahrhundertdialog:

    Kai Pflaume: "Wenn die vier Leben aufgebraucht sind, ist es vorbei."
    Gerhard Delling: "Alles klar."

  • 6.01 Uhr

    Bester Film: Spotlight. Es könnte keine schlimmere Nachricht für Udo Ulfkotte geben. Aber vielleicht stimmt sie ja auch gar nicht.

  • 5.59 Uhr

    Jetzt präsentiert Morgan Freeman den besten Film. Aber ist er es wirklich?

  • 5.58 Uhr

    Da steht er mit dem Ding, der Leo, und weltweit sagen die Omas: "Der sieht ja gar nicht so wild aus. Ein netter junger Mann!" Er ist am Ziel. Aber wollte er dahin? 

  • 5.55 Uhr

    Mach ihn! Er macht ihn! Leonardo DiCaprio ist Weltmeister! Weltmeister im Schauspielen! Und Arjen Robben lässt sich daheim in München vor Rührung vom Sofa fallen.

  • 5.54 Uhr

    Jetzt wird es ernst für Leo, der Moment, auf den der ganze zähe Abend zusammenschnurrt, er ist gekommen: Hat es sich gelohnt, in einem Pferd zu schlafen? Oder nicht? Oder was? Er verengt seine Augen zu Schlitzen, lächelt automatenhaft. Ist er das überhaupt noch? Oder eine Leo-Puppe aus dem Oscar-Shop?

  • 5.50 Uhr

    Und der Oscar geht an ... Brie Larson. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit, Charlotte.

  • 5.48 Uhr

    Wenn Charlotte Rampling nicht gewinnt, schreibe ich ihr eine Rolle auf den Leib, mit der es auf jeden Fall klappt: Die eiskalten Augen der Nina Ruge.

  • 5.48 Uhr

    Oscar-Fun-Fact: Charlotte Ramplings Vater Godfrey gewann bei den Olympischen Spielen 1932 mit der 4x400-Meter-Staffel – in Los Angeles. Keine Ahnung, was das bedeutet. Sie vielleicht?

  • 5.47 Uhr

    Kommen wir damit zu den Nominierungen in der Kategorie Beste Schauspielerin: Cate Blanchett (Carol), Brie Larson (Room), Jennifer Lawrence (Joy), Charlotte Rampling (45 Years), Saoirse Ronan (Brooklyn) und Veronica Ferres (Marco W. – 247 Tage im türkischen Gefängnis).

  • 5.44 Uhr

    5.44 Uhr! Langsam wird's zum Psychokrieg. Oder wie Til Schweiger sagen würde: Zücho-Krieg!!!

  • 5.38 Uhr

    Und der Oscar für die beste Regie geht an ... Wolfgang Overath! Scherz. Alejandro González Iñárritu! Er widmet seinen Oscar jetzt schon mal, für den Fall der Fälle, DiCaprio, der so tapfer dasitzt und lächelt, als würde sein Großvater ihm gerade seine Briefmarkensammlung vermachen. Große schauspielerische Leistung. Man sollte ihn wirklich mal für den Oscar nominieren.

  • 5.36 Uhr

    Und jetzt sitzen sie da, die besten, erfolgreichsten Regisseure der Welt, wie ein paar Schulabbrecher im Recall von DSDS. Es ist entwürdigend. Aber auch egal. Ich möchte aus Herz aus Glas von Werner Herzog zitieren. Darf ich? "Da kommt vom Morgen her ein großer Vogel – und scheißt ins Meer."

  • 5.33 Uhr

    Die Nominierten in der Kategorie Beste Regie decken sich so ziemlich mit dem Besten Film. Hier also ungefähr so viel Abwechslung wie in Nicholas Cages Gesicht.

  • 5.29 Uhr

    Achtung, eine Verkehrsmeldung: Zwischen Hannover-Herrenhausen und Lehrte-Ost kommt Ihnen der vollkommen enttäuschte Sylvester Stallone entgegen.

  • 5.27 Uhr

    Bestes Lied: Jimmy Napes und Sam Smith, das ist der mit der engen Bee-Gees-Hose von vorhin. Glückwunsch zum Oscar. Nicht zur Hose.

  • 5.22 Uhr

    Beste Filmmusik: Ennio Morricone für The Hateful Eight. Der Helmut Schmidt der Komposition. Darf er als einziger rauchen?

  • 5.19 Uhr

    Beim Kameraschwenk über das Publikum, das ja jetzt auch schon 'ne Weile darauf wartet, dass das Buffet eröffnet wird, fällt mir ein Satz aus Hitchcocks Die Vögel ein: "Nein, sie machen absolut keinen kranken Eindruck. Sie fressen nur nicht."

  • 5.15 Uhr

    Entschuldigung. In dem Lied ging es offenbar um etwas. Beziehungsweise: Die Regieassistenz hält jetzt eine Tafel mit der Aufschrift "Aufstehen, klatschen, betroffen gucken" hoch. Ich wollte niemandes Gefühle verletzen. Entschuldigung.

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Kommentare

36 Kommentare Seite 1 von 7 Kommentieren

Jada Pinkett Smith wird wegen Black Pride¹ den Oscar boykottieren. Ich verstehe es aber nicht: wie will man etwas boykottieren, wozu man nicht einmal eingeladen war²? Das ist ja so als ob ich zu einem Fest nicht eingeladen wäre und ich dann sagen würde: nö, da gehe ich nicht hin, weil ich den Gastgeber nicht mag.

¹oder wie man es nennen will
²und wofür ihr Ehemann, Will Smith, nicht einmal nominiert war