Wenn Amy Poehler und Tina Fey zusammenkommen, sind die Erwartungen hoch. Dass das Ergebnis normalerweise gut wird, haben sie in der Late-Night-Show Saturday Night Live und mit ihren Moderationen bei den Golden Globes bewiesen. In Jason Moores Film Sisters spielen sie jetzt zwei Schwestern, die es noch ein Mal krachen lassen wollen.

Die Eltern (Dianne Wiest und James Brolin) verkaufen das Haus, in dem die beiden aufgewachsen sind, um sich ein schönes Leben zu machen. Für Kate (Tina Fey) ist das ein Grund, sich wie eine Vierjährige auf den Rasen im Vorgarten zu werfen und mit den Beinen zu strampeln. Sie ist Anfang 40, hat weder Job noch Wohnung, aber eine Tochter, die vernünftiger ist als sie selbst und eher nach ihrer Tante Maura (Amy Poehler) kommt. Die kümmert sich nicht nur in ihrem Beruf als Krankenschwester, sondern auch in ihrer Freizeit um andere. Ob ihre Hilfe willkommen ist, interessiert sie dabei nicht.

Zwischen Lavalampen und Kuscheltieren

Baby Mama aus dem Jahr 2008 war der vorherige Film mit Fey und Poehler. Darin waren die Rollen anders verteilt: Fey spielte die Rationale und Poehler jene, die ihr Leben nicht auf die Reihe bekam. In Sisters soll sie als vernünftige Maura nun die Sau rauslassen. Die Schwestern wollen eine letzte Party in dem Haus feiern, in dem sie ihre Kindheit verbracht haben. An diese Zeit erinnert nur noch das Kinderzimmer, den Rest haben die Eltern bereits ausgeräumt. Sogar die Familienfotos existieren nur noch auf einem Memorystick. Zwischen Lavalampen, Hula-Hoop-Reifen und Kuscheltieren planen Maura und Kate die Party, die sie mit ihren Highschool-Freunden feiern wollen, die alt geworden sind, aber den Exzess nicht verlernt haben. Bald schon verwandeln sie das Haus in ein Schaumbad und haben die Wände mit Penissen bemalt.

Aus dem Korsett der Teenie-Komödien kommt Sisters nicht raus. Dafür hat Hollywood das Motiv Hausparty zu hartnäckig mit Filmen wie American Pie oder Bad Neighbors etabliert. Dass die Party in Sisters ausarten muss, ist schon vorhersehbar, als Kate den Pool im Garten mit Wasser füllt.

Doch am Ende ist es egal, ob die Horde, die das Haus demoliert, aus Highschool-Kids oder aus Moms und Dads besteht. Es geht viel kaputt und das ist stellenweise lustig. Das Genre haben der Regisseur Jason Moore und die Drehbuchautorin Paula Pell nicht umgekrempelt. Lediglich der Zickenkrieg zwischen Kate und ihrer Erzfeindin Brinda gerät zur hübschen Satire, als Brinda auf der Party erscheint, obwohl sie niemand eingeladen hat. Maya Rudolph spielt die Unerwünschte, die sich den Spaß nicht verderben lassen will, wunderbar komisch, als sie mit einer theatralischen Geste ihr Haar nach hinten wirft und wütend draußen vor dem Fenster tanzt, während alle anderen drinnen feiern.

Hübscher Zickenkrieg

Dabei wird Filmen, die Frauen außer Rand und Band in den Mittelpunkt stellen, seit einiger Zeit so etwas wie revolutionäres Potenzial zugesprochen. Brautalarm schaffte es 2011, offiziell zu beweisen, dass auch Frauen lustig sein können. Sie können dreckige Witze reißen, sich daneben benehmen und peinlich sein. Filme mit dem Bild, nach dem sich Frauen nicht nur um ihr Aussehen und die Suche nach dem perfekten Ehemann kümmern, waren seitdem erfolgreich: in Serien wie Lena Dunhams Girls oder Broad City von Ilana Glazer und Abbi Jacobson oder in Inside Amy Schumer. Tina Feys 30 Rock und Amy Poehlers Parks and Recreation liefen sogar schon vor der großen Brautalarm-Wende.

Sicher, auch in Sisters sorgen Fey und Poehler immer wieder für amüsante Momente. Doch die Schlagfertigkeit der beiden zündet diesmal nicht. Ihr Witz reicht nicht, um aus Sisters einen guten Film zu machen. Was am Ende bleibt, ist eine Teenie-Komödie mit gealtertem Personal.