Der Film I, Daniel Blake von Regisseur Ken Loach hat die Goldene Palme beim 69. Festival von Cannes gewonnen. In dem Sozialdrama des 79-jährigen Briten geht es um einen Schreiner, der nach einem Herzanfall nicht mehr arbeiten darf und einen kafkaesken Kampf gegen die Behörden um die ihm zustehenden staatlichen Leistungen führt.

In seiner Dankesrede kritisierte Loach scharf die "neoliberalen Ideen, die uns der Katastrophe nahe gebracht haben". Sie hätten Millionen von Menschen in die Armut getrieben, von Griechenland bis Portugal, "während sich eine kleine Minderheit auf beschämende Art bereichert hat", sagte Loach. "Wir müssen sagen, dass eine andere Welt möglich ist".

Loach ist bekannt für seine Dramen, in denen er die Schicksale sozial Benachteiligter darstellt und gesellschaftliche Ungerechtigkeiten anprangert. 2006 hatte er die Goldene Palme für das Kriegsdrama The Wind That Shakes The Barley gewonnen.

Die deutsche Regisseurin Maren Ade ging leer aus, obwohl ihre Tragikomödie Toni Erdmann einer der Favoriten auf den Hauptpreis des Festivals war. Sie musste sich mit dem Preis der Filmkritiker trösten.

Als beste Schauspielerin wurde in Cannes Jaclyn Jose für Ma’ Rosa von Brillante Mendoza ausgezeichnet. Den Preis als bester Schauspieler bekam Shahab Hosseini für seine Rolle in The Salesman von Asghar Farhadi, der auch den Preis für das beste Drehbuch erhielt.

Der Preis der Jury ging an American Honey der britischen Regisseurin Andrea Arnold. Den Preis für die beste Regie erhielten zu gleichen Teilen Olivier Assayas für Personal Shopper (Frankreich) und Cristian Mungiu für Bacalaureat (Rumänien), in dem die deutsche Schauspielerin Maria Dragus zu sehen ist.

Der Große Preis ging an den erst 27 Jahre alten Kanadier Xavier Dolan für seinen Film Juste la fin du monde. Darin versammelte er die Crème de la Crème des französischen Films: Marion Cotillard, Vincent Cassel, Léa Seydoux und Nathalie Baye.

Im Wettbewerb konkurrierten in diesem Jahr 21 Filme um die Goldene Palme. Die Preise wurden von einer Jury unter dem Vorsitz des  amerikanischen Regisseurs George Miller verliehen.