Die Deutsche Paula Beer ist beim 73. Filmfestival von Venedig als beste Nachwuchsschauspielerin ausgezeichnet worden. Sie erhielt den Preis für ihre Rolle in dem Drama Frantz von François Ozon, einer französisch-deutschen Koproduktion. Paula Beer verkörpert darin eine junge Frau, die nach dem Ersten Weltkrieg um ihren Verlobten trauert und dann einen französischen Soldaten trifft. Beer überzeugte mit ihrem stillen und nuancierten Spiel.

Es ist erst der dritte Preis für eine deutsche Schauspielerin in Venedig. Katja Riemann hatte 2003 für das Drama Rosenstraße den Löwen als beste Hauptdarstellerin beim ältesten Filmfestival der Welt gewonnen.

Den Goldenen Löwen für den besten Film gewann das Drama The Woman Who Left des philippinischen Regisseurs Lav Diaz. Das gab die Jury am Samstagabend bekannt. Das in Schwarz-Weiß gedrehte Werk erzählt von einer Frau, die 30 Jahre lang zu Unrecht inhaftiert war und dann versucht, wieder in ihr Leben zurückzufinden. Der Film dauert fast vier Stunden.

Den Großen Preis der Jury gewann Tom Fords Film Nocturnal Animals. Als beste Schauspielerin wurde Emma Stone in dem Film La La Land ausgezeichnet, als bester Schauspieler Oscar Martinez (The Distinguished Citizen). Den silbernen Löwen für die beste Regie teilen sich Andre Konchalovsky (Paradise) und Amat Escalante (The Untamed).

Der Spezialpreis der Jury ging an die Regisseurin Ana Lily Amirpour für das Kannibalendrama The Bad Batch. Für das beste Drehbuch wurde Noah Oppenheim für Jackie (Regie: Pablo Larraín) über die ehemalige First Lady der USA, Jackie Kennedy, ausgezeichnet.

Im Wettbewerb konkurrierten 20 Beiträge um die Auszeichnungen. Mit Wim Wenders war auch ein deutscher Filmemacher im Rennen, doch er ging mit seinem in 3 D gedrehten Werk Die schönen Tage von Aranjuez leer aus.

Präsident der neunköpfigen Jury war in diesem Jahr der britische Regisseur Sam Mendes. Zur Jury gehörte auch die deutsche Schauspielerin Nina Hoss.