Ein funkelnder Sternenhimmel liegt über dem Wald, die Grillen zirpen. Dann zerstört ein Schuss die friedliche Idylle: Ein Fuchs fällt zu Boden, er hat sein Leben selbst beendet. Die Fabelwelt der ungarischen Animationsfilmerin Réka Bucsi ist seltsam, betörend und assoziativ. Mit Symphony no. 42 gelang ihr, was nur wenigen Filmstudenten mit ihrem Abschlussfilm gelang: Sie gewann über 50 Preise und wurde für den Kurzfilm-Oscar nominiert.

Mit Planet ∑, dem dritten ihrer Planetenfilme, hat auch Momoko Seto eine unwirkliche Welt geschaffen. Riesige insektenähnliche Kreaturen sind im Eis gefangen. Sie erwachen erneut zum Leben. Seko nutzt in ihrem Experimentalfilm Zeitlupentechnik und Makroaufnahmen und lässt daraus eine geheimnisvolle Umgebung entstehen. Ihre Kreaturen kommen dem Zuschauer auf diese Weise sehr nah.

In Däwit hat sich Filmemacher David Jansen von den Holzschnitzarbeiten des belgischen Expressionisten Frans Masareel inspirieren lassen. Jansen erzählt mit seinen Animationen in schwarz-weiß die Geschichte eines Findeljungen. Wie es zu seinem Schicksal kam und wohin es ihn verschlägt, erfährt der Zuschauer in formal sehr strengen, aber eindrucksvollen Bildern, die die Emotionen aller Beteiligten spiegeln.

Eineiige Zwillinge sind für Einzelkinder immer faszinierend. In Superior geht es um Zwillingsmädchen im Teenageralter, die alles zusammen unternehmen. Erin Vassilopoulos lässt einen unbekannten Fremden auftauchen, für den sich beide interessieren. Wie dadurch ihre Beziehung leidet, erzählt sie in einer Bildsprache, die Bezug auf das Horrorgenre nimmt. 


In diesem Jahr zeigen die Berlinale Shorts, die Kurzfilmsektion der Internationalen Filmfestspiele Berlin, und ZEIT ONLINE gemeinsam zehn Kurzfilme. Die Auswahl zeigt, wie unterschiedlich Regisseure auf dokumentarische, experimentelle und szenische Art mit den Themen Alltag und Unwirkliches umgehen. Die Kurzfilme sind bis zum 04.01.2017 online abrufbar.