Die US-amerikanische Schauspielerin Carrie Fisher ist im Alter von 60 Jahren gestorben. Sie sei in einem Krankenhaus in Los Angeles an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben, ließ ihre Tochter Billie Lourd durch einen Sprecher mitteilen. Sie werde ihre Mutter zutiefst vermissen.

Wie das US-Magazin People berichtete, hatte sie am Freitag vor Heiligabend auf dem Flug von London nach Los Angeles kurz vor der Landung einen Herzstillstand erlitten. Medienberichten zufolge hatte Fisher in London gerade die Dreharbeiten für die dritte Staffel der britischen Fernsehserie Catastrophe beendet.

Mit 15 Jahren gab Carrie Fisher die Schule auf, um mit ihrer Mutter, der Hollywood-Schauspielerin Debbie Reynolds, im Broadway-Revival Irene aufzutreten. Zwei Jahre später stand sie neben Warren Beatty, Julie Christie und Goldie Hawn in Shampoo das erste Mal vor der Kamera. Der Film feierte 1975 seine Premiere. Weltweit bekannt wurde Fisher zwei Jahre später durch ihre Rolle als Prinzessin Leia in den Star Wars-Filmen (Krieg der Sterne).

Die Rolle der Anführerin einer galaktischen Rebellion gegen das Böse spielte sie zunächst in zwei weiteren Teilen der ersten Star Wars-Trilogie (Das Imperium schlägt zurück 1980 und 1983 Die Rückkehr der Jedi-Ritter) sowie 2015 in Star Wars: Das Erwachen der Macht. Prinzessin Leia wurde als selbstbewusste weibliche Figur auf Augenhöhe mit den männlichen Helden des Films zur Hollywood-Ikone. Die Filmproduzentin des siebten Teils der Saga, Kathleen Kennedy, sagte einmal über ihre Lieblingsfigur: "Das war keine Prinzessin, die darauf wartet, gerettet zu werden."

Fisher spielte außerdem in mehr als 40 Filmen mit, so in Blues Brothers und Harry und Sally. Erfolg hatte Fisher auch als Autorin von Büchern, in denen sie schonungslos über eigene Kämpfe gegen Sucht und psychische Leiden berichtete. Fisher schrieb zwei Autobiographien und einen halb-autobiographischen Roman Grüße aus Hollywood, in dem sie sich unter anderem mit Problemen mit ihrer Mutter auseinandersetzte. Der Roman wurde 1990 mit Meryl Streep, Shirley McLaine und Dennis Quaid in den Hauptrollen verfilmt.

Vor Kurzem hatte Fisher außerdem ihre Autobiografie The Princess Diarist veröffentlicht, in der sie über die Dreharbeiten der Star Wars-Filme schreibt. Darin enthüllt sie eine Set-Affäre mit ihrem Kollegen Harrison Ford. In den achtziger Jahren war sie kurz mit dem Sänger Paul Simon verheiratet. Später bekam sie mit dem Künstleragenten Bryan Lourd eine Tochter.

"Ich bin ein Produkt von Hollywood-Inzucht"

Zuletzt hatten Carrie Fisher und ihre Mutter nebeneinander gewohnt. Sie sahen sich fast täglich, verheimlichten aber auch ihr oft angespanntes Verhältnis nicht. Noch 2016 hatte sich Fisher zusammen mit Reynolds (84) für die HBO-Dokumentation Bright Lights: Starring Carrie Fisher and Debbie Reynolds filmen und interviewen lassen. Fishers Vater, der Sänger Eddie Fisher (1928-2010), hatte die Familie bald nach der Geburt der gemeinsamen Tochter verlassen und Elizabeth Taylor geheiratet.

Carrie Fisher ging offen mit ihren Problemen um. Sie schrieb in ihren Büchern darüber und ging mit ihrer Ein-Personen-Show Wishful Drinking auf Tour, die aus einer ihrer Autobiografien entstanden war. "Ich bin ein Produkt von Hollywood-Inzucht", sagte sie voller Sarkasmus in ihrer Show. "Wenn sich zwei Berühmtheiten treffen, kommt jemand wie ich dabei heraus." Ihre Probleme mit Drogen seien nicht so groß wie ihre Schwierigkeiten mit der Nüchternheit. In Interviews schilderte die Schauspielerin, wie schwer der Druck der Unterhaltungsindustrie auf ihr lastete. Sie habe in Alkohol, Kokain und Medikamenten Zuflucht gesucht, erzählte sie.

2009 sagte sie, sie rede über all diese Probleme, weil sie hoffe, dass Gemütskrankheiten einmal kein Tabu mehr sein würden. "Ich glaube, du bist nur so krank wie deine Geheimnisse. Wenn das stimmt, bin ich wirklich gesund."