Hollywood trauert um den Comedian Don Rickles, der in seinem Haus in Los Angeles starb. Sein langjähriger Publizist und Freund Paul Shifrin gab seinen Tod bekannt. Rickles war in den USA für seine beleidigenden Witze bekannt, die ihm niemand übel nahm, weil er sie als Witze verstanden wissen wollte, nicht als Beleidigungen.

"Ein gewaltiger Verlust", twitterte Komiker Billy Crystal, und Comedian Patton Oswalt fügte hinzu: "Anstelle von Blumen bittet Rickles' Familie darum, dass die Leute ihre Hosen herunterlassen und eine Rakete abfeuern." Billy Eichner nutzte den Nachruf für eine liebevoll-beleidigende Retourkutsche im Rickles-Stil: "Ruhe in Frieden, Don Rickles. Du warst einer der komischsten Menschen, die je gelebt haben, du dummer Trottel."

Don Rickles kam im New Yorker Vorort Queens als Kind litauischer Einwanderer zur Welt. Er studierte Schauspiel, wechselte ins Stand-up-Fach und wurde in den Nachtclubs von New York, Miami und Los Angeles berühmt.

Vor seinem Humor war niemand sicher – weder US-Präsidenten noch Superstars wie Frank Sinatra, Dean Martin und Johnny Carson. Sinatra begrüßte er einst in seiner Show mit den Worten: "Hey Frank, fühl dich wie zu Hause. Schlag jemanden." Regisseur Carl Reiner sagte einmal, er habe gewusst, dass er es in Hollywood geschafft habe, als Rickles sich über ihn lustig gemacht habe.

Schockieren, nicht kränken

Rickles begann seine Karriere Ende der 1950er Jahre, als auch andere Comedians politischer wurden. Er schockierte sein Publikum mit Witzen über Minderheiten und Sex, achtete aber sehr darauf, niemanden ernsthaft zu kränken. "Ich denke, der Grund, dass es immer weiter ging und ich eine wundervolle Karriere hatte, ist, dass ich nie bösartig war", sagte er selbst.

Der Emmy-Preisträger war etwa in dem Martin-Scorsese-Film Casino von 1995 zu sehen. Er hatte auch immer wieder kleinere Auftritte in Serien wie Die Addams Family, Die Munsters, Bezaubernde Jeannie oder Hunter. Im englischsprachigen Raum war er auch als Synchronstimme der Kartoffel-Spielfigur Charlie Naseweis in den Toy-Story-Filmen bekannt. Er war seit mehr als 50 Jahren verheiratet, hatte eine Tochter und zwei Enkelkinder.

In seinem Twitter-Profil schrieb Rickles, er wisse, dass er lustig sei, weil er sich selbst zum Lachen bringe. Seinen letzten Tweet nur wenige Wochen vor seinem Tod widmete er seiner Frau Barbara.