Die Regisseurin Maren Ade ist mit der Tragikomödie Toni Erdmann die große Gewinnerin beim Deutschen Filmpreis. Der Film bekam am Freitagabend in Berlin sechs Lolas, neben dem Hauptpreis auch die Trophäen für Regie, Drehbuch und Schnitt. Zudem wurden Sandra Hüller und Peter Simonischek für ihre Rollen in dem Vater-Tochter-Drama zu den besten Hauptdarstellern gekürt. Toni Erdmann war bereits für den Auslandsoscar nominiert und hat den Europäischen Filmpreis gewonnen.

In der Königsklasse Bester Spielfilm setzten sich beim Deutschen Filmpreis auch in zweiter und dritter Reihe Regisseurinnen durch: Die Silber-Lola erhielt das Abtreibungsdrama 24 Wochen von Anne Zohra Berrached, Bronze holte Wild von Nicolette Krebitz. Der Favorit des Abends, Die Blumen von gestern von Chris Kraus, ging trotz acht Nominierungen leer aus.

Während der Preisverleihung für die beste Dokumentation wurde der US-Regisseur Michael Moore (Bowling for Columbine) per Video zugeschaltet. Er bedankte sich im Namen der Amerikaner bei den Deutschen für Donald Trump – eine ironische Anspielung auf die deutschen Wurzeln der Familie des US-Präsidenten. "Wir brauchen die Wahrheit", sagte Moore und warb damit für die Kraft von Dokumentarfilmen. Im Doku-Gewinner Cahier Africain geht es um das Schicksal misshandelter Frauen in der Zentralafrikanischen Republik.

Weitere Preise gab es für Fritzi Haberlandt (Nebel im August) und Georg Friedrich (Wild) in der Kategorie Beste Nebenrolle. Bester Kinderfilm wurde Auf Augenhöhe, der von einem Jungen mit kleinwüchsigem Vater erzählt.

Simon Verhoeven bekam die undotierte Lola für den besucherstärksten deutschen Film. Die Flüchtlingskomödie Willkommen bei den Hartmanns sahen mehr als 3,6 Millionen Zuschauer im Kino. Auch ein weiterer Preis stand schon vorab fest: Schnittmeisterin Monika Schindler wurde für ihr Lebenswerk geehrt.

Die Deutsche Filmakademie entscheidet über die Gewinner der Lolas, die als wichtigste Auszeichnung für das deutsche Kino gelten. Von Til Schweiger bis Senta Berger war fast die komplette deutschsprachige Filmprominenz bei der Preisverleihung im Palais am Funkturm dabei. Durch die Gala führte die Schauspielerin Jasmin Tabatabai.