Das Multitalent Brüggemann macht also vieles richtig – neben Buch und Regie hat er auch die sparsam eingesetzte Musik komponiert. Die Klarinetten-Melancholie adressiert bei der Zuschauerin im Vergleich zum sonstigen Tatort-Geklimper spürbar andere Gefühle.Der Konservatismus der Form (Agatha Christie ist ja eine durchaus historische Referenz) wird mit Leben gefüllt. Das reicht mitunter bis ins Politische, wenn sich aufgrund des Staus schließlich die Vorstufe eines Mobs organisiert.

Etwas ärgerlich ist nur, dass sich die Krimihandlung am Ende ein wenig zu einfach auflöst. Dass Busy Bootz (Felix Klare) noch mit Resten anderer Fällen behängt ist, führt letztlich zum Erfolg. Im finalen Zeitdruck ermittelt nämlich Lannert die Täterin, eine junge, gestresste Mutter (die große Susanne Wuest), durch investigatives Angucken. 

Mit der Überführung der Schuldigen wird nur auch eine Ungenauigkeit im Drehbuch offenbar. Denn zu Beginn des Films sagt das Kind auf dem Rücksitz zur Mutter, als sie auf das Stauende auffährt: "Hast du einen Unfall gemacht?" Wenn die Mutter nun vorher aber auch das Mädchen totgefahren haben soll, hätte das Kind diesen Unfall doch auch schon mitbekommen haben müssen. Und seine Mutter folglich fragen müssen: "Hast du schon wieder einen Unfall gemacht?" Aber dass einem solche Details auffallen, spricht letztlich nur für die Dichtheit des Films.