Kevin Spacey - Netflix stellt »House of Cards« ein Die sechste Staffel der Serie »House of Cards« soll die letzte sein, teilte Netflix mit. Zuvor hatte der Schauspieler Anthony Rapp den Hauptdarsteller Kevin Spacey beschuldigt, ihn sexuell belästigt zu haben. © Foto: David Giesbrecht/Sky/dpa

Der Streamingdienst Netflix will die Serie House of Cards einstellen. "Die sechste Staffel ist unsere letzte Staffel", sagte eine Sprecherin des US-amerikanischen Unternehmens. In der preisgekrönten Serie spielt Kevin Spacey den Politiker Francis Underwood, der durch Betrug und Intrigen US-Präsident wird. Die sechste Staffel der Serie wird derzeit in den USA gedreht und soll nächstes Jahr ausgestrahlt werden.

Aus Unternehmenskreisen heißt es, die Entscheidung sei schon vor Monaten gefallen und hätte nichts mit den Vorwürfen gegen Spacey zu tun. Der Schauspieler Anthony Rapp hatte Spacey in einem Interview vorgeworfen, ihn sexuell belästigt zu haben. Spacey sei vor 30 Jahren auf einer Party übergriffig geworden, sagte Rapp dem US-Onlinemagazin Buzzfeed News. Er sei damals 14, Spacey schon 26 Jahre alt gewesen.

Spacey veröffentlichte daraufhin eine Stellungnahme auf Twitter, in der er sein angebliches Verhalten verurteilt. Er sei "entsetzt", sollte das so passiert sein, wie Rapp berichtet. Allerdings könne er sich nicht daran erinnern. Spacey nutzte die Stellungnahme außerdem, um sich als homosexuell zu outen.

Kritiker warfen ihm daraufhin vor, mit dem Outing von den Vorwürfen ablenken zu wollen. Die US-amerikanische Onlinezeitung The Daily Beast kommentierte, Spaceys Stellungsnahme sei eine kalkulierte PR-Aktion. Außerdem vermische er auf fatale Weise Homosexualität und Pädophilie. Einer der bekanntesten LGBT-Aktivisten in den USA, der Autor Dan Savage, sagte: "Es gibt kein Niveau an Trunkenheit oder Verschlossenheit, das einen Übergriff auf ein 14 Jahre altes Kind entschuldigt oder wegdiskutiert."