Zu den Belästigungsvorwürfen gegen den amerikanischen Schauspieler Dustin Hoffman meldet sich nun der deutsche Regisseur und Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff zu Wort. Eine damals 17-jährige Praktikantin hatte Hoffman vorgeworfen, sie 1985 am Set von Schlöndorffs Film Tod eines Handlungsreisenden sexuell belästigt zu haben. 

"Ich hoffe, diese lächerliche Anklage nicht aufzuwerten, indem ich Dustin Hoffman zur Seite stehe", sagte Schlöndorff der ZEIT. Während des Drehs von Tod eines Handlungsreisenden sei Hoffman der "Kantinenclown" gewesen: "Kein Scherz war ihm zu billig, um das Team zum Lachen zu bringen. Montagmorgens war die Standardfrage: 'Hattest du guten Sex am Wochenende?' Und zwar nicht nur an junge Praktikantinnen, sondern auch an mich und jeden im Studio. Alle lachten darüber, nicht über die Frage, aber ihre ständige Wiederholung." 

Schlöndorff äußert sich auch zum Vorwurf, Hoffman habe die junge Frau körperlich bedrängt. Fast jeder am Set habe Hoffman, der in der Rolle des Handlungsreisenden Willy Loman 16 Stunden am Tag auf den Beinen gewesen sei, Fußmassagen gegeben. "Hat er sie beim Gang zum Auto auf den Po gehauen? Kann schon sein. Mehrmals? Sicher, weil sie jedes Mal zurückgehauen hat. Es war ein Spiel, auf das sie eingegangen ist, wohlgemerkt in Anwesenheit von Fahrern, Aufnahmeleitern", schreibt Schlöndorff. "30 Jahre später hätte die Betroffene das richtig einordnen können, statt Dustin Hoffman einen 'Raubvogel' zu nennen." 

In der kommenden Ausgabe der ZEIT, die am 8. November erscheint, wird Volker Schlöndorff darauf in einem umfangreichen Artikel eingehen.