Die Macher der US-Erfolgsserie House of Cards setzen die Dreharbeiten der sechsten und letzten Staffel im nächsten Jahr ohne ihren wegen Missbrauchsvorwürfen in Bedrängnis geratenen Star Kevin Spacey fort. Das teilte ein Vertreter von Netflix auf einer Konferenz mit.

Die Produktion der Politserie war im Oktober gestoppt worden, nachdem Anschuldigungen des sexuellen Fehlverhaltens gegen Spacey laut geworden waren. Im November hatte Netflix mitgeteilt, nicht an der Serie beteiligt sein zu wollen, wenn Spacey weiter darin mitspiele. Die Produktionsfirma Media Rights Capital hatte dem zweimaligen Oscar-Gewinner daraufhin gekündigt.

Die letzte Staffel wird sich auf Schauspielerin Robin Wright fokussieren, die als Claire Underwood neben Spacey eine der beiden Hauptfiguren der Serie darstellt. Die letzte Staffel soll nur aus acht statt wie bisher 13 Folgen bestehen.

Anfang nächsten Jahres sollen die Dreharbeiten weitergehen. Ein Erscheinungsdatum wurde noch nicht bekannt gegeben.

Polizei ermittelt gegen Spacey

Spacey wird unter anderem von einem seiner früheren Schauspielschüler eines Vergewaltigungsversuchs beschuldigt. Er sei 15 Jahre alt gewesen, als er von Spacey sexuell attackiert worden sei, sagte dieser Mann. Der Schauspieler Anthony Rapp wiederum berichtete, Spacey habe ihn 1986 auf einer Party sexuell bedrängt, als er 14 Jahre alt war.

Auch am Set von House of Cards soll Spacey sexuell übergriffig geworden sein. Mitarbeiter der Serie berichteten im Sender CNN, wegen der häufigen Übergriffe des Hauptdarstellers gegenüber jungen männlichen Angestellten habe eine "vergiftete Atmosphäre" bei den Dreharbeiten geherrscht. In London laufen polizeiliche Ermittlungen gegen Spacey, der sich einer Sprecherin zufolge in therapeutische Behandlung begeben hat.