Dem ZDF liegen nach eigenen Angaben keine Hinweise auf mutmaßliche sexuelle Übergriffe des Regisseurs Dieter Wedel im Zusammenhang mit Auftragsproduktionen des Senders vor. Das habe eine interne Untersuchung ergeben, die vorläufig abgeschlossen sei, teilte der Sender mit. ZDF-Intendant Thomas Bellut betonte, sein Sender stehe für ein Arbeitsklima, das frei von Diskriminierung und Belästigung jeglicher Art sei. "Jede betroffene Person kann sich unmittelbar und vertrauensvoll an das ZDF wenden."

Wedel steht seit Jahresbeginn im Mittelpunkt von Missbrauchsvorwürfen, die von mehreren Schauspielerinnen in der ZEIT erhoben wurden. Er wies die Vorwürfe, die später auch in anderen Medien erhoben wurden, per eidesstattlicher Erklärung zurück. Einen großen Teil seiner Erfolge feierte er mit Beiträgen für die öffentlich-rechtlichen Sender. Nach der Veröffentlichung der Vorwürfe überprüften sie die Produktionen, an denen Wedel als Autor und Regisseur beteiligt war.

Wie das ZDF nun mitteilte, habe man noch vorhandene Unterlagen in den Senderarchiven ausgewertet. Zudem seien Hinweise geprüft worden, die das ZDF direkt erreicht haben, sowie Gespräche mit allen Mitarbeitern geführt worden, "die in verantwortlicher Funktion direkt oder indirekt an den Produktionen mit Dieter Wedel beteiligt waren". Dabei hätten sich keine Hinweise auf Übergriffe ergeben. Über die erhobenen Vorwürfe der Schauspielerinnen und anderer Beteiligter im Zusammenhang mit den Produktionen Der große Bellheim, Der Schattenmann und Die Affäre Semmeling konnten nach ZDF-Angaben zudem keine neuen Erkenntnisse gewonnen werden.

Im Gegensatz zum ZDF hatte der Saarländische Rundfunk im Januar eingeräumt, dass dem ARD-Sender bereits im Zusammenhang mit der Produktion der Vorabendserie Bretter, die die Welt bedeuten im Jahr 1981 Vergewaltigungsvorwürfe einer Schauspielerin gegen Wedel bekannt geworden waren. Trotzdem habe sich der Sender damals entschlossen, die Zusammenarbeit mit dem Regisseur fortzusetzen. Die derzeitige Leitung des Senders will die durch alte Akten bekannt gewordenen Vorwürfe nun aufarbeiten.