Kunst zum Mauerfall, Teil III Der ewige Grenzsoldat

Die Libanesin Lena Merhej beschreibt in ihrer Videoarbeit zum Jahrestag des Mauerfalls, wie gleichbleibend die Bilder von bewachten Grenzen sind. Wie gleichbleibend aber auch ihr Bedrohungspotenzial ist.

Serie: Kunst zum Mauerfall
Alle sieben Video-Beiträge und die Gespräche mit den Künstlern finden Sie auf unserer Seite "Kunst zum Mauerfall"

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Lena Merhejs Arbeiten basieren oft auf einer Erzählung oder einem Ereignis mit konkreter Zeit- und Ortsangabe. Für "Kunst zum Mauerfall" verwendet sie Arabesken. Arabesken verwenden und wiederholen geometrische Formen, oft Pflanzen- oder Tierelemente. Sie sind Bestandteil der islamischen Kunst und werden oft zur Mauerdekoration in Moscheen verwendet. Die Auswahl und Darstellung der geometrischen Formen basiert auf der islamischen Weltsicht. Für Moslems stellt das Formenspiel ein unendliches Muster dar, das sich über die sichtbare Welt hinaus erstreckt. Für viele symbolisiert es die unendliche und dezentralisierte Natur der Schaffung Allahs. Sie spannen sich über Seitenränder und den Bildschirm: sie sind zeitlos und unaufhörlich.

Im Libanon ist der israelische Soldat zeitlos und beiläufig zugleich. Er ist immer da, hinter der Grenze, wartend auf einen Zwischenfall. Einen Luftangriff, einen Bombenanschlag, Einschläge in eine Mauer. Für diejenigen, die hinter der Grenze leben, ist er Teil des Alltags. In der Arbeit verwendet er - was ebenso menschlich wie perfide ist - die einzige Waffe seines Feindes und schleudert einen Stein.

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