Kunst zum Mauerfall, Teil VI "Ich liebe Grenzen"Seite 3/3

Faithfull: Die Welt der Kunst ist teilweise eine Art Parodie darauf. Sie bewegt sich über den ganzen Globus, allerdings, Sie haben Recht, man trifft immer die gleichen Menschen. Die Idee einer völlig fließenden Bewegung im Netz ist vollkommen illusorisch.

ZEIT ONLINE: Für Ihre Zeichnungen benutzen Sie einen Palm Pilot. Das ist eine seltsame Kombination: Zeichnen ist eine sehr traditionelle Art, Dinge zu dokumentieren, ein Palm Pilot hingegen ein technisch anspruchsvolles Gerät.

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Faithfull: Ja, es ist schon paradox, und ich mag das Paradoxe. Sie haben Recht, meine Zeichentechnik ist sehr veraltet ...

ZEIT ONLINE: ... veraltet habe ich nicht gesagt...

Faithfull: Aber ich sage es, und ich bin glücklich damit. Vor längerer Zeit habe ich auch noch mit Stiften und Kreide gearbeitet, aber es dann aufgegeben. Um kleine, schnelle Skizzen anzufertigen, auf Anfrage von Galerien, habe ich dann angefangen, mit Computer und Maus zu arbeiten. Diese Skizzen habe ich dann anschließend per E-Mail verschickt. Dadurch habe ich die Lust am Zeichnen wiederentdeckt. Das Problem war nur, dass ich am Laptop festsaß. Als ich Geschäftsmänner ihren Palm Pilot benutzen sah, kam mir die Idee, dass es mir dieselben Freiheiten geben würde wie mein Skizzenblock. Allerdings ist der Screen sehr klein, ungefähr sieben mal sieben Zentimeter, eine sehr begrenzte Zeichenfläche. Wenn man zum Beispiel eine Landkarte damit anfertigen möchte, braucht man eine sehr ökonomische Strichführung. Die kann man lernen – wie die Strichführung mit dem Stift.

Die Fragen stellte Wenke Husmann. Mitarbeit und Übersetzung von Stephan Knieps.
 

 
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