MuseumspersonalDie wahren Kunstkenner
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Avantgarde einer anderen Zeit: Blinky Palermo im Kunstverein Bremerhaven

Andreas Mathews vor: Blinky Palermo, 2 Lithographien von 1970 im Kunstverein Bremerhaven

Andreas Mathews vor: Blinky Palermo, 2 Lithographien von 1970 im Kunstverein Bremerhaven   |  © Fabian Zapatka

Andreas Mathews – Kunstverein, Bremerhaven

"Ich war das komplette letzte Jahr als 1-Euro-Kraft im Museum tätig. Ursprünglich sollte ich hauptsächlich Tickets verkaufen und ein bisschen Aufsicht machen. Später habe ich geholfen, die Kunst auszupacken und Ausstellungen mit vorzubereiten. Mittlerweile bin ich freier Mitarbeiter und mache Kunst-Transporte, helfe beim Ein- und Auspacken und gegebenenfalls beim Hängen der Arbeiten.

Mein Interesse gilt vor allem der Outsider Art: Art Brut, Rohe Kunst und solche Dinge. Kunst, die mit diesem schulischen Element eines Museums überhaupt nichts zu tun hat. Hier habe ich auf jeden Fall eine andere Seite der Kunst kennengelernt. Blinky Palermo zum Beispiel. Den kannte ich vom Namen, aber erst durch das Museum habe ich mich weiter mit ihm beschäftigt. Das ist früher Minimalismus und war zu seiner Zeit Avantgarde.

Ursprünglich komme ich aus dem Bereich der elektronischen Musik der siebziger Jahre. In den Achtzigern waren wir sehr infiziert von der Independent Bewegung: unabhängige Labels, Bauhaus, Joy Division, Pere Ubu. Damit sind wir groß geworden. Vor allem aber mit den Residents. Ich verfolge und sammle das Band-Kollektiv nun seit 30 Jahren. Die Sammlung hat sich zu einem eigenen kleinen Museum entwickelt und ist mittlerweile eine der größten Sammlungen der Welt. Die durfte ich in Teilen auch schon einmal während der Langen Nacht der Kultur bei uns im Foyer zeigen."




 


 

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Leserkommentare
  1. Wir besuchten ein Museum, das Bild zeigte eine Frau mit abgeschlagenem Kopf auf einem Tablett. Nach kurzer Zeit kam der Aufseher und zeigte uns, daß man mit etwas anderem Blickwinkel im Bild ein anderes Bild sah. "Das war den Malschülern verboten", sagte er. Die Kunst war beindruckend, ein Bild war schon eine gute Leistung, darin noch ein zweites und selbst der "Meister" sah es nicht.

  2. Ich besuchte vor einem halben Jahr eine Ausstellung im Hamburger Bahnhof. Das Personal wirkte extrem aggressiv und näherte ich mich einer Skulptur nur etwas wurde ich aufs schärfste zurechtgewiesen.
    Um 18.00 Uhr sollte die Ausstellung schließen.. ich und meine Begleiter wurden aber schon 20 Minuten vor Ende angeblafft, dass wir jetzt zu gehen hätten und der Weg zum Ausgang war der reinste Spießrutenlauf. Kommentare wie "Sie würden sich hier auch nicht hinstellen" und "Sie müssen sich das hier nicht anschauen" auf meine Bitte nach etwas mehr Respekt mir als Besucher gegenüber gaben mir den Rest.

    So kann es leider auch laufen.

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