Kultur-Festival Movimentos Tanz statt KriseSeite 2/2

Was sonst? Kraft der Schwachen und Milde der Starken. Die Kibbutz Contemporary Dance Company tanzt die Welt wie sie ist und wie sie sein könnte. In den zarten Duetten und den dynamischen Gruppenszenen ist immer wieder der eine starke Impuls spürbar: Ob nicht doch eine gemeinsame Bewegung hin zu mehr Menschlichkeit möglich wäre. Wenn die Tänzer wie schwarze Trauervögel über die Bühne fliegen oder in sonnengelben Kostümen hell vorüberwogen oder als rotgewandetes Körpergewitter auf die Bühne niederprasseln, dann drücken sie in ihrer zeitgenössischen Bewegungssprache eine uralte feierliche Sehnsucht nach Schönheit und Güte aus. Gefeiert wird der sterbliche, der verletzliche, der gefährdete Mensch im Gegensatz zu dem mit Ignoranz gepanzerten Übermenschen. Gefeiert wird die sanftmütige, fantasievolle, auch humorbegabte Kreatur im Gegensatz zum siegesgewissen Kämpfer.

Darin besteht letztlich der Mut der Festivalmacher und das Großartige der kommenden Gastspiele, die von renommierten Ensembles aus Brasilien, den USA, Großbritannien und den Niederlanden bestritten werden: Dass das spektakuläre, frohe Kunstereignis hier mit einem existentiellen Ernst zelebriert wird.

 
Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

    Service