Kein geschorener Rasen eines Fußballstadiums dient dem Sporthelden in Max Hattlers Video Your Highness als Bühne. Der Künstler lässt einen Mann im roten Sportdress auf einer weiten Wiese vor den dunklen Stämmen eines Waldrandes sich in unterschiedliche Posen werfen. Dabei entspricht der Protagonist keinesfalls dem herrschenden Körperideal. Der deutsche Künstler konterkariert hier den Wahn des unverletzbaren Mannes aus dem Olymp. Die Posen auf leerer Wiese ohne Zuschauer werden zum Sinnbild einer entleerten Idee von Männlichkeit. Nur die Tonspur ergänzt das einsame Schauspiel durch die üblichen Geräusche von Zuschauern eines Fußballstadions mit den an- und abschwellenden Ola-Wellen.

In den quasi heroischen Gesten des Sporthelden, der welchem Spiel auch immer zu folgen scheint, zeigt Hattler die Ohnmacht des Mannes. Ähnlich den antiken Helden ringt dieser immer wieder mit einer unbekannten höheren Macht, wiederholt blickt er in den Himmel. Sein Ringen ist dennoch kein wirkliches – es bleibt Schein. Hattler überspringt Leni Riefenstahls antikes Schönheitsideal des Sporthelden und versetzt seinen Antihelden in eine unerreichbare Welt: Die einsame Wiese wird zum herbeigesehnten Arkadien – und ein stummer Zeuge für die Sehnsucht des Mannes nach Zugehörigkeit zu einer Gruppe von echten Helden.