Kunst und Fußball "Der Star braucht zum Existieren die Medien"
Die deutsche Künstlerin Berit Zemke setzt sich in ihrem Video zur WM mit der Zerbrechlichkeit von Stars auseinander. Die Zuschauer spielen in dem Spektakel eine wichtige, aber passive Rolle.
ZEIT ONLINE: Frau Zemke, es tut mir leid, aber ich kann gar nicht alle Stars in Ihrem Video erkennen.
Berit Zemke: Das ist normal, denn es gibt neben den wirklich bekannten wie Ballack, Lothar Matthäus, Pink, Merkel, Knut oder dem Papst auch anonyme Bilder von Menschen, die sich im Internet zum Star stilisiert haben. Zum Beispiel die schön geschminkte Frau, die man gleich zu Anfang sieht.
ZEIT ONLINE: Es gibt also zwei Sorten Stars?

studierte Psychologie und arbeitete in der Forschung, bevor sie sich seit 2008 vollständig der Medienkunst widmete. Sie bewegt sich in ihrer Arbeit zwischen Kunst und Forschung in der Tradition Duchamps: Die Kenntnis der Wissenschaft sei die einzige Möglichkeit für den Künstler, "sich im Rahmen geistiger Werte durch den Kanal eines Ich-Kults der materialistischen Lage der Dinge zu widersetzen." Zemke lebt in Berlin.
Zemke: Sogar drei: diejenigen wie Ballack oder der Papst, die sich durch eine echte Leistung ausgezeichnet haben. Was ein Fußballer bringt, kann nun wirklich nicht jeder. Dann solche, die bekannt sind, ohne eigene Leistung, wie Knut. Ein Eisbär! Interessant ist hier übrigens, dass zurzeit die Beliebtheit von Angela Merkel steigt, obwohl sie rein gar nichts dafür getan hat. Und dann gibt es noch jene, die das Medium Internet nutzen, um sich selbst ein begrenztes Maß an Aufmerksamkeit zu verschaffen.
ZEIT ONLINE: Das klingt nach Pop-Art.
Zemke : Das sieht auch so aus, oder nicht? Warhol musste noch Stunden und Tage für seine Arbeiten aufwenden, heute ist diese Art der Verfremdung und des Star-Looks recht einfach mithilfe von Computerprogrammen zu erreichen. So habe ich die Bilder im Video letztlich auch bearbeitet. Und die Pop-Art-Künstler waren eben auch die ersten, die die Selbstvermarktung sehr konsequent verfolgt haben.
ZEIT ONLINE: Was hat das mit Fußball zu tun?
Zemke: Der Star braucht zum Existieren die Medien. Deswegen heißt meine Arbeit auch Telstar – nach dem WM-Ball von 1970. Er wurde so entworfen – kontrastreich in weiß mit schwarzen Flecken – dass er optimal am Fernsehbildschirm wiedergegeben werden kann.
ZEIT ONLINE: Gleichzeitig zerbrechen die Stars in Ihrem Video.
Zemke: Sie werden zerschossen. Das kann man ja zurzeit auch sehr gut beobachten: Mit einer Niederlage bricht nicht nur ein Star wie Maradona zusammen, sondern gleich eine ganze Nation. Das ist doch Wahnsinn.
ZEIT ONLINE: Aber die Fans zerbrechen doch nicht wirklich.
- Datum 06.07.2010 - 16:19 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Via Internet, bzw. ZEIT erschleicht sie sich auch einen gewissen Grad an Aufmerksamkeit und zerbirst an dem letzten Satz von Frau Husmann. "Doch es kann ihm nichts anhaben." Dieses großartige Stück Kunst weist mir wieder einmal meine Grenzen vom Verständnis dieser überlegenen Stillosigkeit auf. Mir Spießer kann es ob solcher intellektuellen Höchstleistungen nicht konservativ genug sein. Falls jemand mir erklären kann, warum heute jeder dahergelaufene Mensch sich als Künstler bezeichnen darf und auf Verdacht in den Medien propagiert wird, falls jemand es schafft mir dieses auch noch begreiflich zu machen, dem werde ich auf Ewig undankbar sein. Kein Wunder, dass Dieter Bohlens Zöglinge auch alle als Künstler bezeichnet werden, es scheint sich ja nur noch um eine leere Phrase zu handeln. Diese Popgeneration, deren Sprößling ich auch bin, widert mich so gewaltig an, dass ich die permanente Konfrontation mit der offen eingestandenen Niveaulosigkeit nicht mehr ertragen kann. Wo bleibt die Ehre? Es ist erstaunlich, dass auf dem nährstofflosen Nährboden trotz allem ein grandioser Künstler wie Rainald Grebe entstehen konnte, viel mehr würdige Vertreter einer saturierten Generation fallen mir allerdings auch beim besten Willen nicht ein.
Aber wer weiß: Vielleicht hat die Frau Zemke auch ganz großartige Kunstwerke geschaffen, die ich in meiner gnadenlosen Ignoranz nicht bereit war zu recherchieren. Das Risiko dieses Verlusts muss ich einfach eingehen.
Frau Zemke erstellt Bildschirmschoner.
schlecht produzierte Bildschirmschoner. Technisch erinnert diese gute Idee leider an Windows98
Zersprungen auch
die Hoffnung der Autorin und Interviewerin (Ich wusste ohne den Namen zu sehen, dass es eine Frau ist) einen guten Artikel zu liefern
die Illusion der Künstlerin (ich lass mal die
Anführungszeichen weg) etwas zu sagen zu haben
der Anspruch der Arbeit bestehen zu können als sinnvolle Botschaft
der Glaube, dass Worte ein "Kunstwerk" unterstützen und nicht schmälern
Also, tut mir leid aber das kommt mir vor wie ein erweitertes Kaffeekränzchen mit Vernisage. Wenig Lärm um noch weniger Inhalt. Sehr schwach, sowas dem Leser der Zeit zuzumuten.
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