Mario Testino"Spaß am Set ist wichtig"

Mario Testino fotografiert Mode und liebt kreative Prozesse – kein Wunder, dass seine Modefotografie als Kunst verstanden wird. Jetzt ist sie in Madrid zu sehen. von Holger Christmann

Mario Testino mit verschränkten Armen vor einem seiner Fotos, welches eine Frau inmitten von Marmorskulpturen zeigt

Mario Testino vor einem seiner Werke bei der Austellung "Todo o Nada" in Madrid  |  © Paco Campos/epa/dpa

Frage: Wann wussten Sie, dass Sie Fotograf werden wollen?

Mario Testino: Ich wurde eher zufällig Fotograf, als ich 1980 beschloss, dass es besser ist, Fotograf zu werden als Kellner.

Frage: Ist Modefotografie Kunst?

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Testino:Modefotografie ist Kunst. Alles, was in einem kreativen Prozess entsteht, ist Kunst.

Frage: Wodurch wird ein Porträt-Foto exzellent?

Testino: Wenn es dem Fotografen gelingt, die Essenz der Person einzufangen.

Frage: Sie arbeiten gern mit Künstlern wie George Condo, John Currin und Julian Schnabel. Erzählen Sie uns mehr über Ihre Kooperationen mit Künstlern. Was gefällt Ihnen daran?

Testino: Ich mag die Idee, dass zwei Köpfe eine gemeinsame Basis der Zusammenarbeit finden, und deshalb arbeite ich seit vielen Jahren mit Künstlern zusammen. Und dann bin ich jedesmal gespannt, wo die Zusammenarbeit uns hinführt.

Frage: Welches Verhältnis haben Sie generell zur Kunst?

Testino: Ich sammle seit 13, 14 Jahren selbst Kunst, und 80 Prozent meiner Freizeit verbringe ich damit, Galerien und Ateliers zu besuchen. Der Anblick von Kunst hat mich in meiner eigenen Arbeit enorm vorangebracht.

Frage: Wie entwickeln Sie die visuellen Ideen für Ihre Fotos? Und wie kommt es, dass die Menschen auf Ihren Fotos so gern aus sich heraus gehen, bis hin zu kleinen Provokationen?

Cover Weltkunst Ausgabe No. 10 2010

Dieser Artikel erschien in der Zeitschrift "Weltkunst" 10/2010  |  © Weltkunst

Testino: Wenn ein Auftrag an mich herangetragen wird, dann reagiere ich sofort und sehr spontan. Ich spreche dann mit Stylisten, erkunde Locations, spreche mit Producern, Haar- und Make-up-Teams. Mein Ziel ist es, jeden auf dieselbe Wellenlänge zu bringen, um am nächsten an das heranzukommen, was ich mir vorstelle. Was die zweite Frage betrifft: Spaß am Set zu haben, scheint etwas zu sein, was jeder andere nicht will. Mir ist das sehr wichtig, das muss mit meiner südamerikanischen Herkunft zu tun haben. Und wenn die Leute Dinge tun, dann kann ich nur sagen: Wer fragt, der bekommt. Und ich frage!

Frage: Was macht für Sie ein perfektes Model aus?

Testino: Schönheit, Intelligenz, Persönlichkeit, Haltung – eine Mischung aus all dem. Sie arbeiten sehr gern und oft mit Kate Moss zusammen.

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