Er ist der bedeutendste Künstler des 20. Jahrhunderts. Fast 40 Jahre nach seinem Tod hat sich an diesem Urteil nichts geändert. Und dabei ist Pablo Picasso (1881–1973), der Titan der Moderne, nie einem mainstream gefolgt.

Er hat aus sich heraus Stile kreiert und gewechselt, ist nicht nur als Maler in den Olymp der Kunstgeschichte eingegangen, sondern hat in den unterschiedlichsten Sparten reüssiert.

So auch als Buchkünstler. Mehr als 150 Bücher hat er zwischen 1905 und seinem Todesjahr 1973 gestaltet, über 110 besitzt die Sammlung Brandhorst; die 85 bedeutendsten und schönsten sind derzeit im gleichnamigen Museum in München in sechs Sälen ausgestellt.

Sie sind so unterschiedlich und überraschend wie alles in Picassos Werk. Das Metier Künstlerbuch beginnt in Frankreich bereits Mitte des 19. Jahrhunderts, in Deutschland erst rund ein halbes Jahrhundert später.

Da Künstlerbücher mit Originalgrafik schon zu ihrer Entstehungszeit vor allem für Sammler in Subskription entstanden sind, kamen sie oftmals ungebunden heraus. Es war Usus, dass erst der Käufer das Buch binden und den Einband entsprechend seiner Bibliothek gestalten ließ. Deshalb springt, im Gegensatz zur heutigen Buchproduktion, die Cover-Gestaltung nicht sofort ins Auge.

Buchumschläge als Verlagseinband setzten sich erst durch, als Buchläden ihre Ware in Schaufenstern anboten. Buchkunst zu präsentieren ist nicht einfach. Konzentriert man sich auf die Künstlergrafik, so bleibt das Buch als Gesamtkunstwerk meist auf der Strecke, und Blättern kommt bei einer Ausstellung überhaupt nicht in Frage.

Für die aktuelle Schau hat das Architekturbüro Sauerbruch Hutton individuelle Vitrinen mit entsprechender Lichtregie gebaut, die den unterschiedlichsten Exponaten gerecht werden.