Mit der Preisverleihung eröffnet Präsident Paolo Baratta am 3. Juni offiziell die 54. Kunst-Biennale in den Giardini. Im Hauptpavillon (ehemals Italienischer Pavillon) in den Giardini und im Arsenale stellt die Kuratorin Bice Curiger ILLUMInazioni–ILLUMInations aus und zeigt 82 Künstler aus aller Welt. Curiger hat "32 junge Künstler" – geboren nach 1975 – und "32 Frauen" (so formuliert Curiger es wörtlich) eingeladen, außerdem vier Kunstschaffende dazu berufen, "Para-Pavillons” zu gestalten: architektonische und skulpturale Strukturen in den Giardini und im Arsenale, in welchen wiederum Arbeiten von anderen Künstlern ausgestellt werden.

Aus Deutschland sind große Namen dabei: Katharina Fritsch, Rosemarie Trockel und Sigmar Polke sowie aufstrebende Künstler wie Das Institut und Kerstin Brätsch, Annette Kelm und Tobias Urban. Zahlreich vertreten sind auch die internationalen Künstler, die aktuell in Berlin tätig sind, wie Monica Bonvicini aus Venedig, Dani Gal und Omer Fast aus Jerusalem, Karl Holmqvist aus Västerås in Schweden und Cyprien Gaillard aus Paris.

Aufsehen dürfte die visuelle Verknüpfung der Kunst-Biennale mit drei Hauptwerken des venezianischen Malers Jacopo Robusti, genannt Tintoretto (1518–1594), erregen. Dazu Curiger: "Die Präsenz von Tintoretto soll eine künstlerische, historische und emotionale Bindung zu Venedig schaffen.” Aus venezianischen Beständen werden drei Werke von Tintoretto im großen Saal des Hauptpavillons gezeigt: "Die Erschaffung der Tiere" (1550/53, Gallerie dell’Accademia), "Die Bergung des Leichnams des heiligen Markus" (1560/62, Gallerie dell’Accademia) und "Das letzte Abendmahl" (1594, Kirche San Giorgio Maggiore). Diese Ausstellung wird von den historischen Pavillons in den Giardini, im Arsenale und in der historischen Innenstadt von 88 Länderbeteiligungen begleitet. 2009 waren es noch 77.

Der Italienische Pavillon wird wie schon 2009 im Arsenale (Tese und Giardino delle Vergini) präsentiert. Dieser obliegt dem Ministero per i Beni e le Attività Culturali mit PaBAAC (Paesaggio, Belle Arti, Architettura e Arte contemporanee) und wird von Vittorio Sgarbi kuratiert.

Im Italienischen Pavillon ist die Ausstellung "Der Kunststaat im 150. Jahr der Einheit Italiens", im Italienischen Pavillon 2 "L’Arte non è Cosa Nostra" zu sehen (Italienischer Pavillon, Arsenale).

Am 1. Juni wird um 14.30 Uhr der Deutsche Pavillon in Anwesenheit von Staatsministerin Cornelia Pieper feierlich eröffnet. Die Kuratorin Susanne Gaensheimer, Direktorin des MMK Frankfurt, präsentiert Arbeiten des 2010 verstorbenen Universalkünstlers Christoph Schlingensief. Thematisiert werden seine wichtigsten Projekte: das Operndorf in Burkina Faso und seine Wagner-Inszenierungen (Deutscher Pavillon, Giardini).

Im Venezianischen Pavillon wird die Werkgruppe "Mari Verticali" des Videokünstlers Fabrizio Plessi ausgestellt, der seit vielen Jahren in Venedig lebt und arbeitet. Es handelt sich um eine Arbeit aus dem Besitz von Louis Vuitton; die Firmengruppe zeichnet für die jüngste Renovierung des Pavillons verantwortlich. Zur Vernissage am 1. Juni von 17 bis 19 Uhr wird der Künstler anwesend sein (Venezianischer Pavillon, Giardini).

Neben dem eigentlichen Biennale-Event laden mehr als 40 Firmen, Museen, Galerien und Kunststiftungen zu begleitenden Events:

Klicken Sie auf die Karte, um sie zu vergrößern© WeltkunstDie Fondazione Prada ist diesmal an prominenter Stelle vertreten. Die Stiftung konnte mit der Stadt Venedig eine Nutzungsvereinbarung treffen und präsentiert nun zeitgenössische Künstler der Fondazione Prada in dem prestigeträchtigen Palast Ca’ Corner della Regina in unmittelbarer Nähe des städtischen Museums für moderne Kunst Ca’ Pesaro. Leiter der Stiftung sind Miuccia Prada und Patrizio Bertelli, die Ausstellung kuratiert Germano Celant (Ca’ Corner della Regina, Santa Croce 2214, Nähe Vaporetto-Haltestelle San Stae).

In der Fondazione Cini auf der Insel San Giorgio Maggiore, wo in den letzten Jahren die Fondazione Prada ausstellte, lädt der englische Verband zur Erhaltung Venedigs, Venice in Peril, zu Real Venice, einer Ausstellung von internationalen Fotografen ein. Unter anderem zeigen Lynne Cohen, Nan Goldin, Candida Höfer und der in Venedig lebende deutsche Fotograf Matthias Schaller das Gesicht einer Stadt, die dem Verfall preisgegeben ist. Die Werke wurden als Beitrag zum Fundraising dem Verband als Geschenk überreicht. Die Ausstellung kuratiert Elena Foster. Die Vernissage von Venice in Peril findet, nur auf Einladung, am 31. Mai um 18.30 Uhr statt (San Giorgio-Insel, gegenüber Markusplatz,
www.veniceinperil.org).