Fotografie

Die Liebe zu verlassenen Orten

Ein leeres Schwimmbecken an einem Novembertag ist ein trister Anblick. In seinem Fotobuch Eben war noch versammelt Volker Renner Orte, denen die Menschen abhanden gekommen sind: Parkbänke, auf denen seit Jahren niemand mehr gesessen zu haben scheint, verwilderte deutsche Vorgärten. Renner gelingt es, die Tristesse seiner Motive so hervorzuheben, dass sie den Bildern eine eigene, apokalyptische Schönheit verleiht. Und manchmal, wie bei der halb geöffneten Tür, hinter der ein Licht brennt, haben seine Bilder fast etwas Jenseitiges.

Leser-Kommentare
  1. man soll nicht immer und unbedingt versuchen, bilder zu interpretieren.
    was der kuenstler sagen moechte, sollte es dem betrachter ueberlassen sein.

    alt attributes brauchen eher die browsers...

    Eine Leser-Empfehlung
  2. ... ist es kaum möglich, die Fotos durchzusehen, ohne die nervensägende WErbung (hier: für Terra X) zu öffnen. Nach ein paar Bildern schaltet man ab. Noch aufdringlicher geht nicht mehr.
    Und zweitens: Wirklich gute und durchgearbeitete Bilder von verlassenen Orten kenne ich von Silvia Sinha, einer Berliner Fotografin- www.in-response.de -.

    • keibe
    • 28.10.2011 um 22:31 Uhr

    z. B.

    http://www.gruesse-aus-de...

    hier etwa benannt in "siegreiche Eroberung eines leeren Raumes".

  3. Die Bilder haben (fast alle) etwas gemeinsam: Es werden Orte gezeigt, die normalerweise nicht dazu gedacht sind, besonders gezeigt zu werden, erst wenn Sie belebt wären, erfüllten sie auch ihren Sinn. So z.B. das Schwimmbecken, die Bank unter den Bäumen etc.. Weiterhin zeichnen sie sich dadurch aus, dass starke Linien den Blick führen vom Vordergrund nach hinten, z.B. die Farben an den Hauswänden, die Ränder des Swimmingpools, die Treppen hinunter, wo auch noch die Linien von oben den Blick ins Zentrum lenken. Es ist also immer eine Bewegung, eine kleine Reise in den Bildern. Die Abwesenheit von Personen schafft auf der einen Seite eine Beruhigung, auf der anderen Seite auch ein Unbehagen, ein Gefühl von Fremdheit oder Unsicherheit.

    Ich kann diese Faszination dieser FREMDEN Orte sehr gut nachvollziehen. Oft drängt es mich, sie aufzusuchen, Bahndämme z.B., Plätze hinter Flughäfen, Steinbrüche, verfallene Industriegebiete.. Und wenn ich da bin frage ich mich, was ich da eigentlich will. Vielleicht diesen Zwiespalt von Anziehung und Abstoßung genießen ? Vielleicht aber auch die Ruhe erleben, wenn man weiß, dass da weit und breit kein Mensch "Ordnung" geschaffen hat und die Dinge sich selbst überlassen bleiben. Das ist eine sehr leise, melancholische Melodie...

  4. am verlassenen Ort: die Queen. Und wenn niemand zuschaut, traegt sie auch ihren Koffer allein.

    Eine Leser-Empfehlung

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