KünstlerAnselm Kiefer will Atomkraftwerk kaufen

Das stillgelegte Atomkraftwerk Mülheim-Kärlich hat es dem Künstler Anselm Kiefer angetan. Nach einer Besichtigung ist er sich sicher, mindestens den Kühlturm zu kaufen. von AFP

Der in Frankreich lebende deutsche Künstler Anselm Kiefer will das vom Netz genommene rheinland-pfälzische Atomkraftwerk Mülheim-Kärlich kaufen. "Dieses Atomkraftwerk ist so phantastisch, wunderbar, das ist mein Pantheon", sagte Kiefer dem Magazin Spiegel.

Nachdem er das Kraftwerk zusammen mit Jürgen Großmann, dem Chef des Energiekonzerns RWE, besucht habe, sei er "sicher, zumindest den Kühlturm zu bekommen". Über konkrete Nutzungspläne für den Meiler machte Kiefer keine Angaben.

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"Ich bin fasziniert von Atomkraftwerken", sagte der Künstler dem Magazin. Zwar seien "die Menschen anscheinend nicht fähig, die Technik zu beherrschen". Atomkraftwerke seien aber die "phantastischste Form der Energieerzeugung" und hätten "etwas Mythologisches" an sich. "Die Deutschen trennen sich zu leicht und zu schnell von ihrer Geschichte", kritisierte Kiefer.

Kiefer ist einer der bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Künstler. Er ist aber auch umstritten. In seinen Werken nimmt er häufig  Bezug auf die deutsche Vergangenheit, insbesondere den Nationalsozialismus.

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Leserkommentare
  1. Grundgütiger, er ist umstritten?
    Da denkt man dann wohl besser drüber nach, vielleicht zweimal, was er so sagt?

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    Die Werke seiner deutschen Phase zeichnen sich durch einen dumpfen, fast schon depressiv wirkenden, zerstörerischen Duktus aus.

    So sagt es Wikipedia.

    • FloH48
    • 30. Oktober 2011 13:28 Uhr

    was er damit wohl vor hat? Immerhin ist der Turm radioaktiv verseucht und müsste/muss doch eigentlich abgerissen werden? Ich bin kein Fachmann aber irgendwie kommt mir das unrealistisch vor.

    Mal ganz abgesehen davon finde ich ist es eine äußerst schräge Idee, einen Kühlturm zu kaufen...^^

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    Also eigentlich hat Radioaktivität im Kühlturm nichts mehr zu suchen.
    Genau darum gibt es mehrere Kreisläufe - damit eben die Radioaktivität im Reaktor bleibt.

    • FloH48
    • 30. Oktober 2011 14:17 Uhr

    würde das Material irgendwann kontaminiert oder baufällig werden. Es ist ja auch immer wieder davon die Rede, wie aufwenig es ist, ein Atomkraftwerk abzureißen. Ich weiß allerdings nicht, ob das nur für den Reaktor gilt oder eben auch für andere Gebäudeteile. Wie gesagt, ich habe davon keine Ahnung. :D

    • grrzt
    • 30. Oktober 2011 19:22 Uhr

    Soweit ich mich erinnere war das Ding niemals in Betrieb, es wurde nur gebaut, war dann ein paar Tage in Betrieb, und wurde dann abgeschaltet. Kernbrennstoffe dürften nicht mehr drinne sein. Anselm Kiefer, wer ist Anselm Kiefer? (Bitte keine Kinweise auf Wikipedia, lesen kann ich selbst)

  2. Die Werke seiner deutschen Phase zeichnen sich durch einen dumpfen, fast schon depressiv wirkenden, zerstörerischen Duktus aus.

    So sagt es Wikipedia.

    Antwort auf "Grundgütiger!"
  3. Also eigentlich hat Radioaktivität im Kühlturm nichts mehr zu suchen.
    Genau darum gibt es mehrere Kreisläufe - damit eben die Radioaktivität im Reaktor bleibt.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "ich frage mich, ..."
    • FloH48
    • 30. Oktober 2011 14:17 Uhr

    würde das Material irgendwann kontaminiert oder baufällig werden. Es ist ja auch immer wieder davon die Rede, wie aufwenig es ist, ein Atomkraftwerk abzureißen. Ich weiß allerdings nicht, ob das nur für den Reaktor gilt oder eben auch für andere Gebäudeteile. Wie gesagt, ich habe davon keine Ahnung. :D

    Antwort auf "ich frage mich, ..."
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Also wenn alles korrekt betrieben wird und störungsfrei läuft hat auf dem Gelände keine erhöhte Strahlung zu sein.

    Die Abrissprobleme sind hauptsächlich der Reaktor selbst mit dem primären Kühlkreislauf und je nach Bauart auch eventuell die Turbinen.

    Der Raum in dem sich der Reaktor befindet ist sicherlich auch nicht unproblematisch, aber alles andere sollte frei von Radioaktivität sein.

    Es gibt bei modernen Kraftwerken in Deutschland das so genannten "Containment" - das ist diese "Betonkugel" - alles was außerhalb dieser liegt ist bei korrektem Betrieb frei von Radioaktivität.
    Auch innerhalb ist nicht alles radioaktiv, aber da muss dann der Fachmann entscheiden was wie entsorgt wird, im Zweifellfall mit dem Geigerzähler in der Hand.

    Die Abrisskosten sind auch schwer einzuschätzen - sie basieren nämlich auf den Erfahrungen mit Sovietmodellen in der ehemaligen DDR - die auch anders aufgebaut sind - vor allem bezüglich des Kühlsystems.
    Ich würde vorschlagen einfach mal ein wenig googlen - Atomkraftwerke sind teil des Physikkurs in der Schule - insofern sollte sich einfaches erläuterndes Material ohne weiteres finden lassen.

    • ikonist
    • 30. Oktober 2011 14:54 Uhr

    so eine laune eines reichen mainstreamkünstler(überbewertet & gehätschelt vom Feuilliton) und schon fällt in china ein sack reis um

    3 Leserempfehlungen
  4. Also wenn alles korrekt betrieben wird und störungsfrei läuft hat auf dem Gelände keine erhöhte Strahlung zu sein.

    Die Abrissprobleme sind hauptsächlich der Reaktor selbst mit dem primären Kühlkreislauf und je nach Bauart auch eventuell die Turbinen.

    Der Raum in dem sich der Reaktor befindet ist sicherlich auch nicht unproblematisch, aber alles andere sollte frei von Radioaktivität sein.

    Es gibt bei modernen Kraftwerken in Deutschland das so genannten "Containment" - das ist diese "Betonkugel" - alles was außerhalb dieser liegt ist bei korrektem Betrieb frei von Radioaktivität.
    Auch innerhalb ist nicht alles radioaktiv, aber da muss dann der Fachmann entscheiden was wie entsorgt wird, im Zweifellfall mit dem Geigerzähler in der Hand.

    Die Abrisskosten sind auch schwer einzuschätzen - sie basieren nämlich auf den Erfahrungen mit Sovietmodellen in der ehemaligen DDR - die auch anders aufgebaut sind - vor allem bezüglich des Kühlsystems.
    Ich würde vorschlagen einfach mal ein wenig googlen - Atomkraftwerke sind teil des Physikkurs in der Schule - insofern sollte sich einfaches erläuterndes Material ohne weiteres finden lassen.

    Eine Leserempfehlung
    • LP
    • 30. Oktober 2011 15:09 Uhr

    ...um auf sich aufmerksam zu machen. Selbstvermarkter brauchen so was.

    P.S.: Ich persönlich bin froh über jedes AKW, dass ich nicht besitze.

    4 Leserempfehlungen

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP
  • Schlagworte Atomkraftwerk | Chef | Jürgen Großmann | Kraftwerk | Künstler | Nationalsozialismus
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