Der in Frankreich lebende deutsche Künstler Anselm Kiefer will das vom Netz genommene rheinland-pfälzische Atomkraftwerk Mülheim-Kärlich kaufen. "Dieses Atomkraftwerk ist so phantastisch, wunderbar, das ist mein Pantheon", sagte Kiefer dem Magazin Spiegel.

Nachdem er das Kraftwerk zusammen mit Jürgen Großmann, dem Chef des Energiekonzerns RWE, besucht habe, sei er "sicher, zumindest den Kühlturm zu bekommen". Über konkrete Nutzungspläne für den Meiler machte Kiefer keine Angaben.

"Ich bin fasziniert von Atomkraftwerken", sagte der Künstler dem Magazin. Zwar seien "die Menschen anscheinend nicht fähig, die Technik zu beherrschen". Atomkraftwerke seien aber die "phantastischste Form der Energieerzeugung" und hätten "etwas Mythologisches" an sich. "Die Deutschen trennen sich zu leicht und zu schnell von ihrer Geschichte", kritisierte Kiefer.

Kiefer ist einer der bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Künstler. Er ist aber auch umstritten. In seinen Werken nimmt er häufig  Bezug auf die deutsche Vergangenheit, insbesondere den Nationalsozialismus.