RegimekritikerAi Weiweis Ehefrau darf China nicht verlassen

Chinas Behörden ermitteln weiter im Umfeld des Künstlers Ai Weiwei. Nun wurde seine Frau von der Polizei verhört. Lu Qing wurde untersagt, das Land zu verlassen. von dpa

Lu Qing, die Ehefrau des chinesischen Künstlers Ai Weiwei

Lu Qing, die Ehefrau des chinesischen Künstlers Ai Weiwei  |  © Goh Chai Hin/AFP/Getty Images

Die Ehefrau des chinesischen Künstlers und Regierungskritikers Ai Weiwei darf nach einem Polizeiverhör das Land nicht verlassen. Sie stehe unter Tatverdacht, sei ihr auf der Wache mitgeteilt worden, sagte der Künstler. Um welches Verbrechen es sich handele, hätten die Polizisten ihr allerdings nicht verraten. Ais Ehefrau Lu Qing ist die offizielle Inhaberin der Firma Fake Cultural Development, die Ai Weiwei gegründet hat, und der die Behörden Steuerbetrug vorgeworfen haben.

Seine Frau habe sich in einen dieser Stühle setzen müssen, mit denen gewalttätige Verdächtige gebändigt werden könnten. "Das war erniedrigend", sagte Ai Weiwei. Der Künstler vermutet, dass das Verhör mit einer geplanten Reise Lu Qings nach Taiwan zusammenhängt. Dort hat eine Ausstellung von Ai Weiweis Werken im "Taipei Fine Arts Museum" begonnen, die am Freitag vergangener Woche auch der taiwanische Präsident Ma Ying Jeou besucht hatte.

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In den vergangenen Wochen sind mehrere Ai Weiwei nahestehende Menschen unter verschiedenen Vorwürfen von der chinesischen Polizei verhört worden. Einem Assistenten wurde das Verbreiten von Pornografie vorgeworfen, nachdem die Behörden ein harmloses Nacktfoto im Internet gefunden hatten, auf dem Ai Weiwei und mehrere Frauen zu sehen waren. Ein weiterer Assistent war vor wenigen Tagen ebenfalls einbestellt worden.

Ai Weiwei ist einer der bekanntesten Kritiker der Führung in Peking. Der Konflikt mit der Staatsmacht begann, als der Künstler nach dem Erdbeben in der Provinz Sichuan im Jahr 2008 eine unabhängige Untersuchung der Gründe für den Einsturz zahlreicher Schulen gefordert hatte.

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Leserkommentare
    • LaoLu
    • 30. November 2011 1:29 Uhr

    1. "In den vergangenen Wochen sind mehrere Ai Weiwei nahestehende Menschen unter verschiedenen Vorwürfen von der chinesischen Polizei verhört worden. Einem Assistenten wurde das Verbreiten von Pornografie vorgeworfen, nachdem die Behörden ein harmloses Nacktfoto im Internet gefunden hatten, auf dem Ai Weiwei und mehrere Frauen zu sehen waren"

    Dazu muß man wissen, daß in diesem Lande die Darstellung unbekleideter Menschen vom Gesetz als Pornographie angesehen wird.

    Das mag man belächeln, es ist aber so.

    Und nun hat dieser Assistent ein Foto ins Netz gestellt, auf dem Herrn Ai mit mehreren Damen posiert, alle (aus künstlerischen Gründen) nackt.

    Da sollte man sich nicht wundern, wenn die Polizei mit einem sprechen will.

    2. "Ais Ehefrau Lu Qing ist die offizielle Inhaberin der Firma Fake Cultural Development, die Ai Weiwei gegründet hat, und der die Behörden Steuerbetrug vorgeworfen haben."

    Auch in dem Falle muß man wohl davon ausgehen, daß die Polizei die eine oder andere Frage hat.
    Und solche Fragen werden dann, das ist wohl überall so üblich, im Rahmen eines Interviews in den Räumen der Polizei gestellt.

    Glücklicherweise fehlt mir das Wissen um die Standardausstattung chinesischer Polizeibüros, so habe ich keine Ahnung, wieviele verschiedene Versionen von Sitzgelegenheiten für Vorgeladene man dort vorhält.

    Wie gesagt: dpa

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    Sie tun in Ihrem Posting so, als sei China ein Rechtstaat. Das ist aber erkennbar nicht der Fall: elementarste Merkmale der Rechtstaatlichkeit fehlen. Was Sie hier betreiben, ist nur das Schönreden des Repressionsapparates eines totalitären Staates.

  1. ausweislich Tatort & Co. deutsche Polizisten befehlen "halten Sie sich zu unserer Verfügung, verlassen Sie die Stadt nicht", da muss ich jetzt nicht stauen, dass man in China zu bleiben hat, solange bekannte Verfahren laufen.
    Auch muss man auf deutschen Polizeiwachen als unbescholtener Bürger und Steuerzahler die gleichen Stühle benutzen wie vermutliche Straftäter, das ist dann wohl auch erniedrigend.

    Wenn Ai WeiWei einer der bekanntesten Kritiker der Führung in Peking ist, hat das nichts mit politischer Qualität zu tun, aber die deutsche Presse könnte ja trotzdem mal über den Inhalt seiner Kritik berichten und das bitte über versteckte angebliche Aussagen seiner Werke hinaus, statt über Nebensächlichkeiten wie diese relativ sanfte Respression.
    Ich bin mir sicher, da gibt es viele tatsächliche Protestler, auch in China, deren Kritik inhaltlich wichtiger und die von Repressionen auch härter betroffen sind, nur sind die medial nicht so gängig und verwertbar / selbstvermarktend.

  2. Sie tun in Ihrem Posting so, als sei China ein Rechtstaat. Das ist aber erkennbar nicht der Fall: elementarste Merkmale der Rechtstaatlichkeit fehlen. Was Sie hier betreiben, ist nur das Schönreden des Repressionsapparates eines totalitären Staates.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "dpa again"
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    • LaoLu
    • 30. November 2011 13:03 Uhr

    Ich tue überhaupt nicht so, als sei irgendetwas irgendetwas.

    Ich weise lediglich darauf hin, daß die Vorladungen auch in diesem unserem Lande so laufen könnten.
    OK, im Fall 1 natürlich nur, wenn wir hier ähnlich prüde wären.

    Und zu Ihrem Rundumschlag gegen den "Repressionsapparat eines totalitären Staates": China ist auf dem Weg, ob Sie das nun glauben oder nicht!
    Das Rechtssystem wird sukzessive umgestellt, wobei man sich in Beijing merkwürdigerweise am deutschen Recht orientiert.
    Ob das nun gut oder schlecht ist, überlasse ich Ihrer Wertung.

    • LaoLu
    • 30. November 2011 13:03 Uhr

    Ich tue überhaupt nicht so, als sei irgendetwas irgendetwas.

    Ich weise lediglich darauf hin, daß die Vorladungen auch in diesem unserem Lande so laufen könnten.
    OK, im Fall 1 natürlich nur, wenn wir hier ähnlich prüde wären.

    Und zu Ihrem Rundumschlag gegen den "Repressionsapparat eines totalitären Staates": China ist auf dem Weg, ob Sie das nun glauben oder nicht!
    Das Rechtssystem wird sukzessive umgestellt, wobei man sich in Beijing merkwürdigerweise am deutschen Recht orientiert.
    Ob das nun gut oder schlecht ist, überlasse ich Ihrer Wertung.

    Antwort auf "Schönreden"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte China | Reise | Behörde | Erdbeben | Künstler | Pornografie
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