Regimekritiker China wirft Ai Weiwei Pornografie vor
Auf einer Internetseite ist der chinesische Künstler Ai Weiwei nackt mit Frauen zu sehen. Ein neuer Anlass für die Behörden, gegen den Regimekritiker zu ermitteln.
Gegen den chinesischen Künstler und Regierungskritiker Ai Weiwei wird nach dessen Angaben nun auch wegen des Vorwurfs der Pornografie ermittelt. Sein Assistent sei am Donnerstag auf eine Polizeistation gebracht worden, sagte Ai einem Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP. "Sie haben ihm ganz klar gesagt, dass sie jetzt gegen mich wegen Pornografie ermitteln."
Die Behörden hätten ihm bereits in der Vergangenheit Pornografie vorgeworfen, er habe die Vorwürfe aber nie ernst genommen, sagte Ai. "Als ich festgenommen wurde, haben sie mir gesagt: 'Das ist Pornografie.' Ich habe nur gelacht und gesagt: 'Wissen Sie, was Pornografie ist? Nacktheit ist keine Pornografie.'"
Auf den Fotos sitzen Ai und vier Frauen nackt auf Stühlen in einem ansonsten leeren Raum. Auf den Aufnahmen sind keine sexuelle Posen zu sehen. Ai bezeichnete die Vorwürfe als "vollkommen lächerlich". "Unser Land ist heute so korrupt, so voller Sex, aber sie denken, Nacktfotos im Internet seien Pornografie."
Ai ist einer der bekanntesten Kritiker der Führung in Peking. Anfang April war er wegen angeblicher Steuervergehen festgenommen und fast drei Monate ohne Anklage an einem unbekannten Ort festgehalten worden. Er soll 15 Millionen Yuan (rund 1,7 Millionen Euro) an die Behörden zurückzahlen. Diese Woche hinterlegte er einen Teil der angeblichen Steuerschuld, um offiziell Einspruch in dem Fall einlegen zu können.
Ai will das System bloßstellen
Das Geld stammt komplett aus Spenden von Unterstützern Ais. Etwa 95 Prozent des Geldes sei direkt aus China gekommen, sagte der Dissident. Die Großzügigkeit des chinesischen Volkes habe ihm gezeigt, dass er "nicht allein" sei, fügte er hinzu und versprach, seinen Unterstützern das Geld zurückzuzahlen, sobald der Fall abgeschlossen sei.
Den Streit mit Chinas Steuerbehörden will Ai zur Bloßstellung des chinesischen Systems nutzen. "Wir können dies als Chance nutzen, der Welt zu zeigen, mit was für einer Art System sie es zu tun hat", hatte er am Mittwoch gesagt.
- Datum 18.11.2011 - 14:47 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, AFP
- Kommentare 50
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in der "westlichen Welt" nicht anders gemacht.
Da werden plötzlich Kleinig- und Nichtigkeiten zum Aufhänger dafür, unangenehme Menschen mundtot zu machen.
Entfernt. Bitte diskutieren Sie sachlich zum Thema. Danke. Die Redaktion/sc
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf unsachliche Vergleiche und Unterstellungen. Danke, die Redaktion/lv
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Da muss man nicht unbedingt vom chinesischen Volk sprechen.
Auf die Bloßstellung des Systems bin ich gespannt,
bislang war ja politisch-dissidentenmäßig wenig von Herrn Ai zu hören, meistens ging es mehr um ihn und Marketing seiner selbst.
Das T-shirt ist ja prima, nur dass ihn keiner gefunden hat, er wurde von System wieder entlassen.
Aber "released" wäre ja total undramatisch.
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Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Provokationen. Danke. Die Redaktion/sc
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... das chinesische Aufgebot an Juristerei gegen Ai Weiwei als eine ungerechtfertigte Repressialmaßnahme seitens der chinesischen Regierung betrachtet.
Das er aber jetzt durch pornographische Bilder auffällt - die öffentlich, das heißt durch das Internet - und damit auch für Kinder und Jugendliche - einsehbar sind - ist er für mich unten durch.
Auch Ai Weiwei hat sich trotz seines aufopfernden Kampfes gegen die chinesische Regierung und Stabilität an geltende Gesetze zu halten. Das er sie wider besseren Wissens durch abnorme, sexuelle Photos untergräbt, ist bezeichnend für ihn.
Die Sache, für die Ai Weiwei kämpft ist gut. Das er aber über seinen eigenen Schatten nicht springen kann, schadet dem Fortschreiten, eines demokratischen, menschenrechtsfreundlichen, freiheitlichen und liberalen China, sehr. Es wirft die Entwicklung gar zurück, da Ai Weiwei kriminell handelt - und da sollte man weder in China noch in Deutschland Erbarmen kennen.
Ein nackter Mann schon Pornograpie oder haben sie mehr gesehen?
Dann aber schnell alle Intendanten und Zeitunsgverleger und natürlich die Filmemacher der 1970iger Jahre in den Bau, aber ohne erst noch teure und umständliche Steuerverfahren einzuleiten. Einfach die Rechtsprechung der 1950iger Jahre wieder aufleben lassen.
Haben Sie die Photos gesehen oder erzählen Sie nur nach, was die Partei vorgibt? Und um nicht so verdächtig zu klingen, schreiben Sie auch noch, wieviel Ihnen an einem fortschrittlichen, liberalen China liegt. Auf den Photos sind nackte Menschen, na und? Das ist alles, nur keine Pornographie.
Denken Sie bitte nochmal nach, bevor sie Sätze schreiben wie:
"Das er sie wider besseren Wissens durch abnorme, sexuelle Photos untergräbt, ist bezeichnend für ihn."
"Es wirft die Entwicklung gar zurück, da Ai Weiwei kriminell handelt - und da sollte man weder in China noch in Deutschland Erbarmen kennen."
Kein Erbarmen? Welche Strafe schlagen Sie vor angesichts solcher Bilder:
http://chinaavantgarde.co...
PS: Da die ZEIT diesen Link nicht sperren wird, (wovon ich ausgehe), ist das ganze zumindest in Deutschland schon mal keine Pornographie. Wollen Sie mal sehen was Pornographie ist? Nein, den Link spar ich mir ;))
So weit ich gelesen habe, sind Sie ja aber ohnehin schnell mit Verboten bei der Hand: Beispiel Computerspiele, wo Sie ähnlich undifferenziert zu Werk gehen, wie im Fall von Ai Weiwei. Ich erlaube mir, Sie zu zitieren:
"Computerspiele und insbesondere Gewaltspiele sind nicht 'weiß' und gut, sie sind böse und korrumpieren jede Seele eines Jugendlichen."
Wohlgemerkt, "Computerspiele und insbesondere"...
Ein nackter Mann schon Pornograpie oder haben sie mehr gesehen?
Dann aber schnell alle Intendanten und Zeitunsgverleger und natürlich die Filmemacher der 1970iger Jahre in den Bau, aber ohne erst noch teure und umständliche Steuerverfahren einzuleiten. Einfach die Rechtsprechung der 1950iger Jahre wieder aufleben lassen.
Haben Sie die Photos gesehen oder erzählen Sie nur nach, was die Partei vorgibt? Und um nicht so verdächtig zu klingen, schreiben Sie auch noch, wieviel Ihnen an einem fortschrittlichen, liberalen China liegt. Auf den Photos sind nackte Menschen, na und? Das ist alles, nur keine Pornographie.
Denken Sie bitte nochmal nach, bevor sie Sätze schreiben wie:
"Das er sie wider besseren Wissens durch abnorme, sexuelle Photos untergräbt, ist bezeichnend für ihn."
"Es wirft die Entwicklung gar zurück, da Ai Weiwei kriminell handelt - und da sollte man weder in China noch in Deutschland Erbarmen kennen."
Kein Erbarmen? Welche Strafe schlagen Sie vor angesichts solcher Bilder:
http://chinaavantgarde.co...
PS: Da die ZEIT diesen Link nicht sperren wird, (wovon ich ausgehe), ist das ganze zumindest in Deutschland schon mal keine Pornographie. Wollen Sie mal sehen was Pornographie ist? Nein, den Link spar ich mir ;))
So weit ich gelesen habe, sind Sie ja aber ohnehin schnell mit Verboten bei der Hand: Beispiel Computerspiele, wo Sie ähnlich undifferenziert zu Werk gehen, wie im Fall von Ai Weiwei. Ich erlaube mir, Sie zu zitieren:
"Computerspiele und insbesondere Gewaltspiele sind nicht 'weiß' und gut, sie sind böse und korrumpieren jede Seele eines Jugendlichen."
Wohlgemerkt, "Computerspiele und insbesondere"...
"Ich bewundere, was die Chinesen nach dem Tode Mao Zedungs 1976 zustande gebracht haben. Und "die haben das Recht, nach ihrer eigenen Fasson selig zu werden". Und er bekommt auch noch vollen Beifall vom versammelten Publikum. Jauch wechselt nur schnell das Thema! Und der danebst sitzende neue Kanzlerkandidat sagt nur,diese Thesen seien "ergänzungsbedürftig"! Ich empfehle diesen Leuten, das Buch neueste Buch von Liao Yiwu zu lesen. Es ist fast nicht zu ertragen, aber wir als Mit-Erdenbürger sind es diesen Menschen, die solches ertragen müssen, schuldig, wenigstens Kenntnis davon zu nehmen!"Für ein Lied und hundert Lieder".
Entfernt. Bitte gehen Sie auf andere Kommentare Ihrerseits sachlich ein. Danke, die Redaktion/lv
Ich wollte gerade was dazu schreiben.
Ich wollte gerade was dazu schreiben.
...scheint hier die Regierung der VR China zu sein. Was die sich immer wieder einfallen lassen, nur um einen unliebsamen Menschen hinter Schloss und Riegel zu bringen...
Anstatt mal das Gute an der Kritik zu sehen, nämlich dass viele (wie Ai) dabei helfen wollen, das Leben in China für alle lebenswerter zu machen, wird dieser Wunsch nach Teilhabe ausgeblendet, und die Wenigen, die die Zügel in der Hand halten, versuchen unbeirrt ihre eigenen Interessen durchzusetzen. Und das, obwohl sich das Land doch Verbesserungen in den von Ai kritisierten Bereichen wie Menschenrechten und Arbeitsbedingungen leisten kann. Wirklich schade!
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