Leonardo da VinciZweite "Mona Lisa" in Spanien entdeckt

Überraschung in der Kunstwelt: In Madrid hing bislang unentdeckt eine fast perfekte Kopie der "Mona Lisa", die zeitgleich in Leonardo da Vincis Werkstatt entstanden ist. von dpa

Die nun entdeckte Kopie im Prado-Museum in Madrid

Die nun entdeckte Kopie im Prado-Museum in Madrid  |  © Javier Soriano/AFP/Getty Images

Im Prado-Museum in der spanischen Hauptstadt Madrid haben Kunstexperten eine Kopie der berühmten Mona Lisa entdeckt, die gleichzeitig mit dem Original in der Werkstatt von Leonardo da Vinci gemalt worden sein soll.

Das Bild habe seit Jahren an einer Wand in der Madrider Pinakothek gehangen, sein Wert sei aber bislang nicht erkannt worden, sagte Miguel Falomir, Leiter der Abteilung für italienische Malerei des Prado-Museums. Erst jetzt sei bei Restaurierungsarbeiten festgestellt worden, dass das Werk parallel zum Original entstanden sei.

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Auf die Spur kamen die Experten, als sie merkten, dass der schwarze Hintergrund der Kopie erst nachträglich aufgetragen worden war. Darunter entdeckten die Prado-Experten die Darstellung einer italienischen Landschaft, wie sie auch auf dem Original zu sehen sei.

Die Kopie habe fast dieselben Maße wie das Original der Mona Lisa und sei ebenfalls Anfang des 16. Jahrhunderts entstanden. Mit Hilfe von Infrarotstrahlen wurde festgestellt, dass der Maler bei seiner Arbeit an dem Bild dieselben Korrekturen vorgenommen habe wie Da Vinci am Original. Dies zeige, dass beide Werke simultan entstanden seien.

Experten erhoffen sich Rückschlüsse aufs Original

Der Maler sei wahrscheinlich Francesco Melzi, der zu den bedeutendsten Schülern Da Vincis gehörte. Die Mona Lisa des Prado , wie das Gemälde heißt, wurde bislang der flämischen Schule zugeordnet.

Die Kopie ist sogar besser erhalten als das Original. Ihre Entdeckung könnte es den Kunstexperten ermöglichen, neue Einzelheiten über die Entstehung des Originals zu gewinnen. Die Mona Lisa von Da Vinci befindet sich im Louvre in Paris . Sie heißt im italienischen Original La Gioconda (Die Heitere) und wurde nach der Florentinerin Lisa del Giocondo benannt.

Der Ursprung der Kopie ist nach Angaben der spanischen Nachrichtenagentur EFE auch vom Louvre bestätigt worden. Das Bild soll am 21. Februar offiziell vorgestellt werden.

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Leserkommentare
  1. Vielleicht ist ja auch die "echte" Mona Lisa die "falsche". Und überhaupt: Bis wann ist eine Kopie eine Kopie und ab wann eine Fälschung? Und was ist, wenn Schüler von prominenten Pinselschwingern in deren Auftrag, also als "Ghostpainter", tätig wurden?

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    das dachte ich auch bein Lesen. Welche Fakten beweisen, dass nicht der Louvre die Kopie hat? Darüber würde ich gerne mehr erfahren.

  2. 2. Genau,

    das dachte ich auch bein Lesen. Welche Fakten beweisen, dass nicht der Louvre die Kopie hat? Darüber würde ich gerne mehr erfahren.

    Antwort auf "Die holde Kunst"
  3. 3. Haha,

    Entfernt. Verzichten Sie auf diskriminierende Äußerungen. Die Redaktion/mak

  4. Die Spezialisten im Prado muessen doch wissen, was da haengen haben.

    • lyriost
    • 01. Februar 2012 20:32 Uhr

    Der Mann hieß Leonardo und kam aus dem Dorf Vinci. Also ist es unsinnig von "den Schülern da Vincis" oder der "Mona Lisa von Da Vinci" etc. zu schreiben, denn das "da Vinci" ist kein Name, sondern nur ein Namenszusatz. Und zu allem Überfluß auch noch mit großem "D".

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    [...] Möglicherweise war die Namensherkunft tatsächlich so wie sie beschreiben. Tatsächlich sind aber unglaublich viele Nachnamen die wir heute haben genauso entstanden. Es ist also durchaus eine nachvollziehbare Praxis, den Namenszusatz zu einem Nachnamen zu machen. Schließlich hatten früher viele Menschen einfach überhaupt gar keinen Nachnamen.

    Wie würden Sie denn Leonardo Da Vinci im Lexikon suchen?

    Gekürzt. Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke, die Redaktion/ls

    • k2
    • 01. Februar 2012 22:48 Uhr

    Leonardo wurde in Poschiavo geboren.

    • lyriost
    • 02. Februar 2012 9:47 Uhr

    In jedem professionellen Lexikon steht Leonardo natürlich unter dem Buchstaben "L". Schauen Sie mal im "Brockhaus" nach. Ohnehin empfehle ich, sich lieber einmal mehr in Lexika oder Wörterbüchern zu vergewissern, bevor man Unsinn von sich gibt.

    • stall
    • 02. Februar 2012 10:19 Uhr

    ist ein Brand, ergo kann man auch von da Vincis Schülern etc. sprechen. Schulstoff der Mittelstufe lol.

  5. Leonardo da Vinci hat das Bild an Francois I. verkauft. Die beiden kannten sich, einer Legende zufolge soll er die Mona Lisa sogar in Fontainebleau in Anwesenheit des Königs gemalt haben (was zweifelsfrei widerlegt ist). Soviel dazu, dass dem Louvre eine Kopie untergejubelt wurde.
    Dass das Bild erst bei Restaurierungsarbeiten als ebenfalls italienisches Bild erkannt wurde, ist auch nicht weiter verwunderlich. KunsthistorikerInnen sind keine Alleskönner und müssen auf physikalisch-chemische Analysen zurückgreifen. Die sind nun mal teuer und können nur bei Restaurierungs- oder Forschungsbedarf durchgeführt werden. Anhand des Holzes hätte man vielleicht was ahnen können.
    Und auf die Vorstellung bin ich gespannt. Normalerweise hatte Leonardo eine fast einzigartige Technik ...

    • fragfix
    • 01. Februar 2012 21:01 Uhr

    dass die Ähnlichkeit bisher nicht aufgefallen ist. Aber vielleicht bekommt der Hype um die Mona Lisa ja jetzt einen Dämpfer: Original und Kopie, was ist was? Kann man überhaupt von Original und Kopie sprechen. Dachte man zu da Vincis Zeiten überhaupt so.

    Viele denken immer noch zu sehr in den Kategorien des 19. Jahrhunderts, in den Kategorien von "Genie" (besonders die Deutschen). Sicherlich gibt es herausragende Künstler, aber JEDER Künstler hat Vorgänger, Lehrer, Zeitgenossen die ihn beeinflussen, von denen er lernt und übernimmt.

    Zum Glück wird der Geniegedanke langsam gebrochen. In der Musik stellt man zum Beispiel langsam fest, dass Mozart keineswegs der einzige gute Komponist seiner Epoche war. Selbst der böse Salierei wird gespielt, und das ist gut so.

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    Schön gesagt: ' ... JEDER Künstler hat Vorgänger, Lehrer, Zeitgenossen die ihn beeinflussen, von denen er lernt und übernimmt.'. Irgendjemand hat auch mal - in etwa - gesagt: 'Gute Kunst ist zu 95 % harte Arbeit und nur zu 5 % Genialität' ... oder so ähnlich ! Zum Beispiel Mozart: seine überragende Begabung wäre ohne seinen musikalischen Vater - der sie erkannt und gefördert hat - kaum zu dieser überragenden Geltung gekommen... Und Mozart hat sehr hart gearbeitet. Am Ende seines kurzen Lebens wollte er zum Beispiel noch Unterricht nehmen (- im kontrapunktischen Komponieren ).

    • ludna
    • 02. Februar 2012 7:57 Uhr

    Nun in der Wisenaschaft habe ich den Eindruck, dass man dem Geniegedanken in D noch immer nachhängt.
    Die Politik fördert mit ihrer Wissenschaftsfinanzierung diesen Gedanken noch.

  6. „Eine Kopie der berühmten Mona Lisa, die gleichzeitig mit dem Original in der Werkstatt von Leonardo da Vinci gemalt worden sein soll“. Was ist daran so verwunderlich? Ist es so schwierig, sich vorzustellen, dass in einer Werkstatt – wie wir sie als Handwerkerwerkstätten noch vor Jahrzehnten erlebt haben – mehrere Gesellen unter Anleitung des Meisters an demselben Objekt arbeiten und dass mehrere Exemplare gleichzeitig entstehen, um anschließend die beste Version dem Auftraggeber zu übergeben, die anderen aber im Rückhalt zu haben – für diejenigen, die während der Arbeitsphase die Werkstatt besuchten und sich gewünscht hatten, das Bild der schönen Frau zu besitzen? Es gibt keine Kopien in der Werkstatt; das einmalige Original ist die fixe Idee einer Zeit weit nach Leonardo.

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    • multix
    • 01. Februar 2012 21:26 Uhr

    ist eine Eigenart des spätbürgerlichen Art-Business, das Kunstwerke wie Vorzugsaktien handelt und dem Objekt der Begierde nachträglich eine - i.d.R. monetär basierte - Aura verleiht.

    Empfehle dazu Benjamins "Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit".

    Ach, die Mona Lisa wurde von einem Schüler Leonardos kopiert? Welche Überraschung. Welch Entdeckung.

    ...

    m.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Leonardo da Vinci | Mona Lisa | Hauptstadt | Louvre | Malerei | Nachrichtenagentur
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