RenaissanceExperte entdeckt vermutlich Leonardo-Malerei

In Florenz haben Historiker möglicherweise ein verschollenes Werk Leonardo da Vincis gefunden. Um an die Malerei zu gelangen, beschädigten sie ein Werk von Vasari. von afp

Kunsthistoriker haben in Florenz möglicherweise ein jahrhundertelang verborgenes Werk des Renaissance-Künstlers Leonardo da Vinci entdeckt. Die Experten sagten, dass sie Spuren der unvollendeten Wandmalerei Die Schlacht von Anghiari hinter einer Wand im Palazzo Vecchio in Florenz gefunden hätten. Auf der Wand befindet sich Giorgio Vasaris Gemälde Die Schlacht von Marciano von 1563.

Den Historikern zufolge enthält das Da Vinci zugeschriebene Fresko dieselben schwarzen Farbpigmente, die der Künstler auch für seine berühmte Mona Lisa benutzte. Der Kunsthistoriker Maurizio Seracini von der Universität San Diego sagte, dass die Zusammensetzung von Mangan und Eisen in den Pigmenten eine Methode sei, die ausschließlich Da Vinci zugeschrieben werde. Seracini zufolge befinden sich die Forscher jedoch noch in der ersten Phase der Forschung. Es seien noch weitere Analysen nötig, um das Geheimnis zu entschlüsseln.

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Seracini hatte jahrelang für die Genehmigung zu den Recherchen gekämpft, mit denen er mit modernster Technik die Existenz des Meisterwerks hinter der Mauer beweisen will. Die Spuren wurden mithilfe von winzigen Kameras und Sonden entdeckt, die durch die Wand im prunkvollen "Saal der Fünfhundert" durchgelassen wurden. Derlei Kameras mit einer so hohen Auflösung werden normalerweise eingesetzt, um Krebs im menschlichen Körper zu erforschen. Seracini begann, Da Vincis Gemälde hinter dem von Vasari zu vermuten, nachdem er auf Vasaris Werk einen Soldaten mit einer kleinen Flagge entdeckt hatte. Auf der Flagge steht " Cerca Trova ", "Wer sucht, der findet".

Experten kritisierten die Beschädigungen an Vasaris Werk

Um an das Da Vinci zugeschriebene Fresko zu gelangen, mussten die Experten sechs kleine Löcher durch die Wand mit Vasaris Werk bohren. Einige Historiker vermuten, dass Vasari die Mauer aus Respekt vor Da Vincis Werk und zu dessen Schutz errichten ließ. Die Arbeit war in Italien nicht unumstritten, viele Kunsthistoriker und Experten hatten die Beschädigungen an Vasaris Werk scharf kritisiert. Der britische Nachrichtensender BBC zitierte den Kunsthistoriker Tomaso Montanari , der die Quelle der Funde als nicht glaubwürdig einstuft. Ihm zufolge könnte sich auf der Wand hinter Vasaris Gemälde jegliches Gemälde aus der Renaissance befinden. Montanari zufolge fehlt "ein neutrales Team, dass die wissenschaftliche Autorität hat, den Fund zu evaluieren."

Der Bürgermeister von Florenz, Matteo Renzi, verteidigte die Arbeiten. Ihm zufolge werde in Kürze Italiens Kulturminister deswegen nach Florenz kommen. "Das ist sehr aufregend, sehr emotional und sehr wichtig für die Zukunft unserer Stadt", sagte Renzi zu den Entdeckungen.

Leonardo da Vinci hatte die Arbeiten an dem Wandgemälde über die Schlacht aus dem Jahr 1440 zwischen Truppen aus Mailand und Florenz im Jahr 1505 begonnen. Weil ihm die Farben ausgingen, vollendete er das Fresko jedoch nicht. Sein Zeitgenosse und Kollege Giorgio Vasari lobte das Gemälde für seine Schönheit. Der flämische Barockmaler Peter Paul Rubens fertigte später eine Skizze davon an.

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Leserkommentare
  1. Wie oft soll man es noch sagen: Der Mann heißt nicht da Vinci, sondern Leonardo und stammt aus – da – (der Gegend von) Vinci.

  2. ...doch einfach etwas nach vorne rücken,
    damit mit man genauer sehen kann,
    ob sich ein Leonardo dahinter versteckt.

    Schließlich werden heutzutage sogar ganze Gebäude verschoben und/oder gedreht, wenn sie dem Architekten z.B. bei einer Neuplanung im Wege stehen.

    Gruß Max Stockhaus

    • Mari o
    • 13. März 2012 7:13 Uhr

    kenn ich.Nur: Was hat Rubens abgezeichnet?
    Vasari starb 1574.Rubens wurde 1577 geboren
    Da soll die Schlacht von Anghiari doch schon zugemauert gewesen sein.oder was?vasteh ich nich

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Vasari hat vor der Zubetonierung eine relativ genaue Beschreibung des Gemäldes gemacht. Diese wurde dann von Rubens quasi nachgemalt.
    Ein überaus weit verbreitetes Verfahren in der Kunstgeschichte.

  3. Vasari hat vor der Zubetonierung eine relativ genaue Beschreibung des Gemäldes gemacht. Diese wurde dann von Rubens quasi nachgemalt.
    Ein überaus weit verbreitetes Verfahren in der Kunstgeschichte.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Mari o
    • 13. März 2012 21:38 Uhr

    60 Jahre später erst wurde Vasaris Fresco im Palazzo Vecchio installiert.Dann könnte es Rubens ja noch gesehen haben
    aber mit Zahlen habs ich nicht so ;)Lebte Vasari noch als er das Fresco malte.oder hat Leonardo selbst Rubens mal besucht,was ich mir nicht vorstellen kann.aber was weiss ich .Bei diesen Genies ist alles möglich
    http://www.abendblatt.de/vermischtes/article335018/Leonardo-Meisterwerk-...

  4. Wer trifft eigentlich solche Entscheidungen ein Wandgemälde für eine Vermutung zu zerstören. Ist "vermutetes" Leonardo Da Vinci Wandbild wichtiger/wertvoller, was auch immer, als ein in voller Pracht scheinendes Vasari-Bild?
    Nicht umsonst haben 500 Personen aus Wissenschaft und Forschung eine Petition gegen Maurizio Seracini unterschrieben. Mehr dazu und ein Video hier:
    http://www.artinfo24.com/shop/artikel.php?id=945

    • blockp
    • 13. März 2012 18:23 Uhr

    "ein neutrales Team, dass die wissenschaftliche Autorität hat, den Fund zu evaluieren."

    Schöne Grüße von http://www.das-dass.de

    • Mari o
    • 13. März 2012 21:38 Uhr

    60 Jahre später erst wurde Vasaris Fresco im Palazzo Vecchio installiert.Dann könnte es Rubens ja noch gesehen haben
    aber mit Zahlen habs ich nicht so ;)Lebte Vasari noch als er das Fresco malte.oder hat Leonardo selbst Rubens mal besucht,was ich mir nicht vorstellen kann.aber was weiss ich .Bei diesen Genies ist alles möglich
    http://www.abendblatt.de/vermischtes/article335018/Leonardo-Meisterwerk-...

    Antwort auf "@Mari o"
  5. Ich weiß nicht genau ob es stimmt, aber ich habe gelesen, daß Da Vinci das Bild nicht deshalb abbrach, weil ihm "die Farben ausgingen" (was ja auch irgendwie ein wenig stümperhaft wäre), sondern weil er mit neuen Bindemitteln experimentierte, was dazu führte, daß die Farben im unteren Teil durch die Kohlebecken, die er zum Trocknen verwendete, wegschmolzen und verliefen. In dem Fall dürfte das Gemälde hinter dem Vasari nicht unbedingt glücklich machen...

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP
  • Schlagworte Leonardo da Vinci | Giorgio Vasari | BBC | Matteo Renzi | Flagge | Krebs
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