Kugelbuchs und Grasnarbe
Cut nennt die Architekturfotografin Gisela Erlacher ihre Bilderserie und bezieht sich damit auf den gezähmten Charakter der von ihr fotografierten Bäume, Hecken und Sträucher. Erlachers Bilder entlarven die Beharrlichkeit, mit der vor allem in suburbanen Wohngebieten der Natur ein klar umzäunter Raum zugewiesen wird: im Blumenbeet, im Rasenviereck und steinernen Blumenkästen. Scheinbar objektive Dokumente der Zustände, geben die Fotos in Serie doch einen ironischen Kommentar zur Kläglichkeit der beschnittenen Botanik ab. Wir zeigen eine Auswahl.
- Datum 16.03.2012 - 13:06 Uhr
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Die Fotoserie der Dame soll auf eine Thematik hinweisen, die dem einen oder anderem von uns schon seit Jahren auffällt: "Die Ausweitung des "deutschen" Wohnzimmers in den eigenen Garten". Sprich, so sauber+aufgeräumt wie die eigene Wohnung/das eigene Haus hat gefälligst auch der Garten zu sein. Die Grashalme in Reih und Glied, wehe da taucht ein Gänseblümchen auf oder auch nur ein Fitzelchen Moss. Daneben dann was immergrünes, die Hecke am besten Kirschlorbeer, Akzente werden durch Buchsbaumkugeln gesetzt, für den farblichen Höhepunkt sorgt ein Zierstrauch...
Das hat die Autorin auf einigen Bildern zwar ganz gut ausgearbeitet, aber auf anderen sieht man das nicht so schön. Wir sehen neben den erwähnten Sterilitäten durchaus andere Dinge, auf dem vorletzten Bild einen wildwachsenden, nicht zu bändigenden Knöterich, daneben dann auch mal Zwischenhecken aus Koniferen, die so akkurat geschnitten sind, das Sie perfekt in ein historisches Renaissancegärtchen paassen würden. Das hätte man schärfer ausarbeiten können und müssen, die Übergänge zwischen den Gartenstilen und Pflanzen, zwischen langweilig und gartenkünstlerisch sind fliessend, siehe die berühmte Buchskugel. Für den einen die grosse Ödnis, ansonsten auf der anderen Seite ein jahrhundertelanger Bestandteil der Gartenarchitektur. Und bitte beachten: Wir können unseren Mitmenschen keinen Natur-, Bauern, Rosengarten verordnen, das muss jeder selbst entscheiden! Und wie gesagt der "saubere" Garten hat durchaus Tradition;-)
Na ja, ich bin kein Freund von Thuja, Buchs und Co.- ich habe es gerne etwas "wilder". Aber ist ja auch kein Drama - jedem das seine.
Gut, manche Bilder sehen schon etwas triste aus. Aber es gibt "schlimmeres. Man schaue nur mal auf die Plalisadenabgrenzungen, die in den letzten Jahren boomten. Da gibt es nun regelrechte
lange Riesenzäune. Das wird aber durch den zunehmenden Stein- und Kiesbau im Garten, mit dem Ziel der Pflegeminimierung der Gartejnarbeit getoppt. Das schaut dann z.B. so aus: 200 Quadartmeter Stein oder Kiesfläche mit etwa 5-6 immergrünen Pflanzen.
zu Ihrem Kommentar:
Diese vermeintlich "pflegeleichten Gärten" mit Steinkieseln sind in ein paar Jahren wieder out, da
a) das Unkrautvlies darunter nicht mehr abdichtet
b) der Anwohner die Blätter nicht mehr richtig rausbekommt, besonders wenn er zwischen die Steine einen Bambus hinstellt
c) es wegen b) nicht möglich ist mit dem Kärcher zu arbeiten....
Beachten Sie aber auch, das diese "neuen" Gartentechniken ebenfalls Ihre Wurzeln in den Renaissancegärten und Barockgärten haben, wo man die Zwischenräume zwischen den Buchsbaumbouduren mit farbigen Scherben, Erden oder auch Steinen garniert hatte.
zu Ihrem Kommentar:
Diese vermeintlich "pflegeleichten Gärten" mit Steinkieseln sind in ein paar Jahren wieder out, da
a) das Unkrautvlies darunter nicht mehr abdichtet
b) der Anwohner die Blätter nicht mehr richtig rausbekommt, besonders wenn er zwischen die Steine einen Bambus hinstellt
c) es wegen b) nicht möglich ist mit dem Kärcher zu arbeiten....
Beachten Sie aber auch, das diese "neuen" Gartentechniken ebenfalls Ihre Wurzeln in den Renaissancegärten und Barockgärten haben, wo man die Zwischenräume zwischen den Buchsbaumbouduren mit farbigen Scherben, Erden oder auch Steinen garniert hatte.
zu Ihrem Kommentar:
Diese vermeintlich "pflegeleichten Gärten" mit Steinkieseln sind in ein paar Jahren wieder out, da
a) das Unkrautvlies darunter nicht mehr abdichtet
b) der Anwohner die Blätter nicht mehr richtig rausbekommt, besonders wenn er zwischen die Steine einen Bambus hinstellt
c) es wegen b) nicht möglich ist mit dem Kärcher zu arbeiten....
Beachten Sie aber auch, das diese "neuen" Gartentechniken ebenfalls Ihre Wurzeln in den Renaissancegärten und Barockgärten haben, wo man die Zwischenräume zwischen den Buchsbaumbouduren mit farbigen Scherben, Erden oder auch Steinen garniert hatte.
Selbst wenn das Unkrautvlies funktioniert setzten sich auf den flachen gekiesten Flächen Nährstoffe und Samen fest und dann wächst das von oben zu (und dann werden erst recht Blätter etc gefangen) und dann muss da Unkraut Ex drauf oder es schuat eben genauso aus wie die Bestizer das nicht wollen.
Selbst wenn das Unkrautvlies funktioniert setzten sich auf den flachen gekiesten Flächen Nährstoffe und Samen fest und dann wächst das von oben zu (und dann werden erst recht Blätter etc gefangen) und dann muss da Unkraut Ex drauf oder es schuat eben genauso aus wie die Bestizer das nicht wollen.
I like the pictures...
...waren aber durchkomponierte Gesamtkunstwerke, von Menschen mit Stilgefühl und Geschmack gestaltet (wenn auch meine Vorliebe den englischen Gärten gilt). Das Tragikomische der Fotomotive liegt - wie so oft - im missglückten Versuch, so etwas wie Harmonie und Schönheit herzustellen.
Leider kommt mein Grinsen beim Anblick der Fotos aus der Zynismusecke, (aus der, fürchte ich, auch die Fotos stammen) und wenn ich auch keine Leute kenne, die solche Wohnzimmer oder Gärten haben, die "Motive" finden sich allenthalben. Auch dieses (coffe-table)-Buch wird bei Leuten landen, die es nicht nötig haben und würde bei denen, die daraus etwas lernen könnten, nur Unverständnis hervorrufen. Leider.
Selbst wenn das Unkrautvlies funktioniert setzten sich auf den flachen gekiesten Flächen Nährstoffe und Samen fest und dann wächst das von oben zu (und dann werden erst recht Blätter etc gefangen) und dann muss da Unkraut Ex drauf oder es schuat eben genauso aus wie die Bestizer das nicht wollen.
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