Wenn die Fantasie Dich holen kommt

Jonas Burgert: Luft nach Schlag (Detail), 2012, Öl auf Leinwand, 400 x 690 cm | © Lepkowski Studios/ Courtesy Jonas Burgert & Blain Southern
In den großflächigen Gemälden des Berliner Künstlers Jonas Burgert treffen Großstadtszenen auf hagere Figuren, die ebenso gut christlichen wie fernöstlichen Mythen entsprungen sein können. Mit Graffiti und Neonfarben holt Burgert diese teils albtraum- teils märchenhaften Wesen in die Gegenwart. Das Individuum verschwindet inmitten eines befremdlichen Rituals. Die Ausstellung Gift gegen Zeit mit Skulpturen und Gemälden wird bis 7. Juli 2012 bei Blain|Southern in Berlin gezeigt.
- Datum 02.06.2012 - 08:30 Uhr
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... der Farben kauft und malt mit Ihnen.
Drum, Jüngling, fasse frischen Mut,
setz´auf den spitzen Malerhut
und wirf dich auf die Malerei -
vielleicht verdienst Du was dabei"
Das Neo-Rauch-Rezept, "so nenn´ich´s": groß, vor allem erstmal groß. Groß und grauenhaft, erschreckend grauenhaft, rätselhaft oder sinnlos oder beides, schreiend bunt mit viel grau, absolut deprimierend, jede Hoffnung nehmend, absolut unverkäuflich an Normalsterbliche, (die noch befürchten müssen, um den Verstand zu kommen, wenn das abgebildete Kerlchen sie Nachts in ihren Träumen besucht). Was sind dagegen die Visionen des Gregor Samsa bei Kafka, was die Monstren im achten Kreis der Hölle bei Dante?
So muß man das machen, dann kommst das in die Zeitung, in die Galerie, zur Versteigerungen, dann ist das Richtungsweisend, hier ist der Zeitgeist am Werk. Der absolute Tabubruch, die maximale Antibürgerlichkeit, die Abkehr von allen Normen, das muß Kunst leisten, einfach revolutionär.
Ein Kleingeist, wer da fragt, ob wir in der Welt noch mehr Schreckliches brauchen, wo man Menschen zu Hunderten abschlachtet und zu Tausenden verhungern läßt. Das hier wird die Deko in einer Schickimicki-Bude, an der sich dann die Gäste auf der Cocktaiparty intellektuell abarbeiten können. Oder ein wichtiger Teil einer zu Steuerzwecken angelegten Abschreibesammlung für Superreiche.
Ich sage diesem Künstler eine großartige Zukunft voraus. Die Preise von Neo Rauch könnte der bald erreichen und sogar überschreiten.
Ich find's reichlich bösartig, Jonas Burgert zu unterstellen, er malte gezielt für den Markt.
Gern erinnere ich mich an die allerletzte Ausstellung im Palast der Republik vor dem Abriß, da waren seine Formate auch schon riesig und kein einziger Kunstdealer interessierte sich. Mich freut's für ihn, daß das nun anders ist. Entgegen landläufiger Meinung malen Maler nämlich nicht besser, wenn sie kein Geld haben, außerdem haben auch Künstler so spießige Angewohnheiten wie essen, Miete bezahlen etc.pp. Neo-Rauch-Vergleiche sind wenig originell und Kunst zur Ablenkung von Leid, Hunger und Gewalt nennt man gemeinhin Biedermeier.
Ich kann Burgerts Bilder sehr gut nicht leiden, mir haben sie sich eingeprägt.
künftig weniger versteckte Ironie in meinen Kommentaren zu Verwenden; zu meiner Entlastung darf ich aber anführen, dass ich mit Wilhelm Busch glaubte, meinen Beitrag in rechter Weise markiert zu haben.
Ich find's reichlich bösartig, Jonas Burgert zu unterstellen, er malte gezielt für den Markt.
Gern erinnere ich mich an die allerletzte Ausstellung im Palast der Republik vor dem Abriß, da waren seine Formate auch schon riesig und kein einziger Kunstdealer interessierte sich. Mich freut's für ihn, daß das nun anders ist. Entgegen landläufiger Meinung malen Maler nämlich nicht besser, wenn sie kein Geld haben, außerdem haben auch Künstler so spießige Angewohnheiten wie essen, Miete bezahlen etc.pp. Neo-Rauch-Vergleiche sind wenig originell und Kunst zur Ablenkung von Leid, Hunger und Gewalt nennt man gemeinhin Biedermeier.
Ich kann Burgerts Bilder sehr gut nicht leiden, mir haben sie sich eingeprägt.
künftig weniger versteckte Ironie in meinen Kommentaren zu Verwenden; zu meiner Entlastung darf ich aber anführen, dass ich mit Wilhelm Busch glaubte, meinen Beitrag in rechter Weise markiert zu haben.
Ich find's reichlich bösartig, Jonas Burgert zu unterstellen, er malte gezielt für den Markt.
Gern erinnere ich mich an die allerletzte Ausstellung im Palast der Republik vor dem Abriß, da waren seine Formate auch schon riesig und kein einziger Kunstdealer interessierte sich. Mich freut's für ihn, daß das nun anders ist. Entgegen landläufiger Meinung malen Maler nämlich nicht besser, wenn sie kein Geld haben, außerdem haben auch Künstler so spießige Angewohnheiten wie essen, Miete bezahlen etc.pp. Neo-Rauch-Vergleiche sind wenig originell und Kunst zur Ablenkung von Leid, Hunger und Gewalt nennt man gemeinhin Biedermeier.
Ich kann Burgerts Bilder sehr gut nicht leiden, mir haben sie sich eingeprägt.
... das weiß ich. Keiner arbeitet ohne an den Erfolg zu denken, ob er nun fleißig Nägel in Bretter klopft oder sich Kobolde malend ausdenkt, auf die die B-Film-Produktion noch nicht gekommen ist. Das Geld wird ihm zugehen, ohne das er sich dafür weiter antrengt, als es die hohen Leinwandquadratmeterzahlen erfordern. Das ist ja das schöne an der Kunst, immer kann man so tun, als verfolgte man rein altruistische Ziele, der schnöde Mammon ist ein eher peinlicher Nebeneffekt.
"Das ist absurd, wie diese Finanzkrise" sagte Gerhard Richter, als er nach einem neuen Millionen-Versteigerungsrekord eines seiner Bilder gefragt wurde. Was für eine großartige Antwort! Die Kunst als Hüterin des moralisch integeren Anstandes.
Unsinn, sage ich. Er könnte die Preise ja vorgeben, er könnte in das Marktgeschehen eingreifen und den absurden Preis nach unten regulieren. Aber er weiß sehr wohl, dass er selbst der Nutznießer dieser Preistreiberei ist, die ihm so viel materiellen Wohlstand eingebracht hat. Also spricht er formal von absurden Preisen und denkt bei sich: Von mir aus, nehme ich eben dieses Geld auch noch mit, wenn man es mir doch so sehr aufdrängt.
In der großen Kunst geht es überhaupt nur um Geld. Wir sollten nicht so tun, als sei es je anders gewesen. Es hätte keine Renaissance stattgefunden, ohne die unglaublichen Geldmengen, die die Päpste und die Medici für Kunst bezahlten.
... höflich auf einen Ihrer Irrtümer hinzuweisen:
"... Kunst zur Ablenkung von Leid, Hunger und Gewalt nennt man gemeinhin Biedermeier."
Ich habe mir auf Ihr Diktum hin noch einmal "Der Krieg" von Otto Dix, "Die Stützen der Gesellschaft" von George Grosz und dagegen die Bilder des in der Fachliteratur tatsächlich als Biedermeier-Maler genannten Carl Spitzweg angesehen. Denn man glaubt ja doch immer an die Möglichkeit des Irrtums bei sich selber, nicht wahr? Doch mit Verlaub: Sie verwechseln die Begriffe.
... das weiß ich. Keiner arbeitet ohne an den Erfolg zu denken, ob er nun fleißig Nägel in Bretter klopft oder sich Kobolde malend ausdenkt, auf die die B-Film-Produktion noch nicht gekommen ist. Das Geld wird ihm zugehen, ohne das er sich dafür weiter antrengt, als es die hohen Leinwandquadratmeterzahlen erfordern. Das ist ja das schöne an der Kunst, immer kann man so tun, als verfolgte man rein altruistische Ziele, der schnöde Mammon ist ein eher peinlicher Nebeneffekt.
"Das ist absurd, wie diese Finanzkrise" sagte Gerhard Richter, als er nach einem neuen Millionen-Versteigerungsrekord eines seiner Bilder gefragt wurde. Was für eine großartige Antwort! Die Kunst als Hüterin des moralisch integeren Anstandes.
Unsinn, sage ich. Er könnte die Preise ja vorgeben, er könnte in das Marktgeschehen eingreifen und den absurden Preis nach unten regulieren. Aber er weiß sehr wohl, dass er selbst der Nutznießer dieser Preistreiberei ist, die ihm so viel materiellen Wohlstand eingebracht hat. Also spricht er formal von absurden Preisen und denkt bei sich: Von mir aus, nehme ich eben dieses Geld auch noch mit, wenn man es mir doch so sehr aufdrängt.
In der großen Kunst geht es überhaupt nur um Geld. Wir sollten nicht so tun, als sei es je anders gewesen. Es hätte keine Renaissance stattgefunden, ohne die unglaublichen Geldmengen, die die Päpste und die Medici für Kunst bezahlten.
... höflich auf einen Ihrer Irrtümer hinzuweisen:
"... Kunst zur Ablenkung von Leid, Hunger und Gewalt nennt man gemeinhin Biedermeier."
Ich habe mir auf Ihr Diktum hin noch einmal "Der Krieg" von Otto Dix, "Die Stützen der Gesellschaft" von George Grosz und dagegen die Bilder des in der Fachliteratur tatsächlich als Biedermeier-Maler genannten Carl Spitzweg angesehen. Denn man glaubt ja doch immer an die Möglichkeit des Irrtums bei sich selber, nicht wahr? Doch mit Verlaub: Sie verwechseln die Begriffe.
Das gefällt mir nicht!
aber die Salonmalerei hat der ja auch nicht erfunden. Siehe dazu die wunderbar präzise Rauch-Analyse von Wolfgang Ullrich für das Art Magazin Ausgabe 10 / 2011:
http://www.art-magazin.de...
Die vergleiche mit Rauch gefallen sicherlich dem Maler Burgert und ich persönlich finde auch gefallen daran, dass Rauchs exponierte Position angefragt wird. Chapeau an Burgert dafür.
Aber: dieses geheimnisvolle Raunen in den Bildern, diese total unpräzise Stimmungsmache, das geht so nicht. Das ist wirklich langweilig. Da ist mehr drin.
... starkes Stück, was der Maler der aufgeklärtesten aller Welten zu sehen gibt. Das gefällt mir.
Der Pieter Breughel unserer Zeit.
Wimmelbilder für aufgeschlossene Erwachsene.
Ganz interessant .
...ein bisschen Breughel,Bosch und Rauch.....und es ist noch ein weiterer Zeitgeist unterwegs... .Ich find`s gut.
wie 3-D. Anziehend, oder, wie ZO treffend titelt, wenn die Fantasie Dich holen kommt.
Kann da stundenlang drauf starren, ohne gelangweilt zu sein.
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