Documenta 13Bundespräsident eröffnet Kunstausstellung in Kassel

Joachim Gauck hat die Documenta 13 eröffnet. Zur weltweit wichtigsten Schau für zeitgenössische Kunst werden in Kassel 750.000 Besucher erwartet. von dpa

Besucher vor der Kasseler Kunsthalle Fridericianum

Besucher vor der Kasseler Kunsthalle Fridericianum  |  © Uwe Zucchi dpa/lhe

Der Bundespräsident Joachim Gauck hat in Kassel die Kunstausstellung Documenta eröffnet. Die weltweit wichtigste Schau für zeitgenössische Kunst findet zum 13. Mal statt. Sie dauert genau 100 Tage und wird nur alle fünf Jahre veranstaltet. Bis zum 16. September werden 750.000 Besucher erwartet, ebenso viele wie bei der Vorgängerschau 2007.

Auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier ( CDU ) und Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) nahmen an der Eröffnung teil. Bei Sonnenschein hatten sich Hunderte von Besuchern vor dem Fridericianum in der Kasseler Innenstadt versammelt. Gauck betrat in Begleitung der künstlerischen Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev das Fridericianum, einen der zentralen Ausstellungsorte.

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Die Teilnehmerliste der 13. Documenta umfasst 297 Namen, darunter auch Wissenschaftler, Mitarbeiter des Kuratorenteams und verstorbene Künstler wie Salvador Dalí . Was diese Teilnehmer ausstellen, "mag Kunst sein oder nicht", hatte Documenta-Chefin Carolyn Christov-Bakargiev bei der Vorstellung ihres Konzepts gesagt. "Die Grenze zwischen dem, was Kunst ist und was nicht, wird unwichtiger."

Außer in Museen und Parks wird die Kunst auch an vielen alltäglichen Orten zu sehen sein – in einem alten Bahnhof, in einem Bunker, einem Hotel mit Ballsaal, in Kaufhäusern oder leerstehenden Büros.

"Die Documenta markiert immer wieder die Reflexion über das Verhältnis von Kunst und Gesellschaft. Auch diese Documenta wird wieder eine Bühne sein, auf der unsere Auffassungen von Leben in der Gegenwart in eindrucksvoller Weise hinterfragt werden", hatte Neumann zuvor mitgeteilt.

Bouffier erklärte in einer Mitteilung: "Hier kann eine Orientierung in der Debatte um Positionen der Kultur von heute gefunden werden. Hier können die Perspektiven für die Zukunft erkundet werden. Die Documenta gibt Anstöße für die Besucher, die eigene Wahrnehmung zu hinterfragen – selbst wenn sie für uns manchmal unbequem oder irritierend sein können."
 

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Leserkommentare
  1. Habe einige Sendungen im TV über die diesjährige Documenta gesehen. Vieles sieht nach Sperrmüll aus. Auch der Sinn vieler anderer "Kunstwerke" erschließt sich meinen Freunden und mir nicht mehr.

    Es ist so wie in "Des Kaisers neue Kleider". Aber die "Experten" jubeln diesen hochsubventionierten Schrott noch hoch.

    Arme Kunstwelt.

    3 Leserempfehlungen
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    • Karl63
    • 09. Juni 2012 12:29 Uhr

    wenn soviel verschiedenes präsentiert wird, dass einiges dabei ist, was den eigenen Geschmack / das eigene ästhetische Empfinden absolut nicht trifft.
    Als Joseph Beuys seinerzeit seine "Honigpumpe" installiert hat, wird dies sicherlich nicht bloß begeisterte Reaktionen hervorgerufen haben.
    Ansonsten, wem dies alles nicht zusagt, der hat in Kassel immer noch die Möglichkeit einen Abstecher in die Gemäldegalerie des Schloss Wilhelmshöhe zu machen.

    • Karl63
    • 09. Juni 2012 12:29 Uhr

    wenn soviel verschiedenes präsentiert wird, dass einiges dabei ist, was den eigenen Geschmack / das eigene ästhetische Empfinden absolut nicht trifft.
    Als Joseph Beuys seinerzeit seine "Honigpumpe" installiert hat, wird dies sicherlich nicht bloß begeisterte Reaktionen hervorgerufen haben.
    Ansonsten, wem dies alles nicht zusagt, der hat in Kassel immer noch die Möglichkeit einen Abstecher in die Gemäldegalerie des Schloss Wilhelmshöhe zu machen.

    5 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Müllberge"
  2. hätte vielleicht auch ein paar Worte zu den Allmachtsansprüchen von Frau Christov-Bakargiev verlieren können. Zum Beispiel um ihre bizarren Versuche, die Ausstellung des Künstlers Stephan Balkenhol während der Laufzeit der Documenta zu verhindern:
    http://www.art-magazin.de...

    In welchen Gedankenwelten sich die Dame bewegt, macht auch der ZEIT-Artikel von vor ein paar Tagen recht deutlich.

    http://www.zeit.de/2012/2...

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    • Zack34
    • 09. Juni 2012 15:58 Uhr


    beherscht aber jene "Fachsprache" von den "tanzenden Fotonen"... perfekt. Bereits das qualifiziert sie für alles. ;-)

    Tja, Documenta war schon immer sehr bunt und rief auch Missverständnise, Empörung und heftige Kritik hervor. Und nicht jede war in der Lage, oder gar willig, einen Überbegriff zu definieren, der für alles Ausgestellte einen gemeinsamen Aktionsrahmnen darstellt.

    Mir sind die von 1992 und 1997 in guter Erinnerung geblieben.

    ps.

    Kl. Tip: Kentridge, immer einen Besuch wert.

  3. Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Beleidigungen und Spekulationen. Danke. Die Redaktion/kvk

  4. Solide,mit Biss und dem großen Willen der Vollkommenheit
    wird uns die Kunst der Jetztzeit aufbereitet.

    Die Chefin ist unwichtig, die Künstler jedoch nicht.
    Jeder Darsteller seiner Gedanken und die daraus entstehende
    Verwirklichung seiner Gedanken,seiner Arbeit und der Müh-
    seligkeit der Erstellung seiner Kunst hat allerhöchste
    Beachtung zu erfahren.
    Nicht jeder, auch ich nicht,hat die Gnade bis in das
    letzte Detail Kunst so wie es der Künstler meint,nach-
    vollziehen zu können.

  5. Zu den Zitaten von
    Bundespräsident Gauck:
    "Wir brauchen die Kunst wie die Religion und die Philosophie, um tiefer in die Dinge hineinzukommen und uns selber zu entdecken. Kunst kann uns aufwecken."

    Ministerpräsident Volker Bouffier:
    "Hier kann eine Orientierung in der Debatte um Positionen der Kultur von heute gefunden werden. Hier können die Perspektiven für die Zukunft erkundet werden. Die Documenta gibt Anstöße für die Besucher, die eigene Wahrnehmung zu hinterfragen – selbst wenn sie für uns manchmal unbequem oder irritierend sein können."

    Kulturstaatsminister Bernd Neumann
    "Die Documenta markiert immer wieder die Reflexion über das Verhältnis von Kunst und Gesellschaft. Auch diese Documenta wird wieder eine Bühne sein, auf der unsere Auffassungen von Leben in der Gegenwart in eindrucksvoller Weise hinterfragt werden",

    empfehle ich als Ergänzung die Sendung mit Hanno Rauterberg, Kunstkritiker, "DIE ZEIT":
    http://www.swr.de/swr2/pr...

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    • Mari o
    • 10. Juni 2012 22:39 Uhr

    thx,wie kultiviert die sich da unterhalten *staun*
    Das könnte ich nicht.Herrgottnochmal,Tiere,also Natuuur auf der Bühne ist doch nichts Neues.Beuys z.B.hat doch auch schon mit´nem
    Hund gearbeitet.oder mit ´nem Pferd.undwasnichalles.und Aberglaube
    und den ganzen Kitschismus.
    wahrscheinlich steckt wieder der Kaspar König dahinter.
    Mich erinnert das alles an diese Schäferidyllen des 18.Jhdts.
    und danach wurde es dann richtig bestialisch.

  6. 8. Frage

    Entfernt. Bitte diskutieren Sie hier das Artikelthema. Danke, die Redaktion/mk

    Antwort auf "Die Chefin"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Bernd Neumann | CDU | Joachim Gauck | Documenta | Volker Bouffier | Bahnhof
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