Spencer Tunick: Viel nackte Haut in München
Rund 1.700 Menschen posierten in München für den Fotokünstler Spencer Tunick. Die Installation "Der Ring" war der Start für die Opernfestspiele der Bayerischen Staatsoper.
© Michaela Rehle / Reuters

Freiwillige posieren am Max-Joseph-Denkmal in München für das Installationsprojekt "Der Ring" des US-Künstlers Spencer Tunick.
Ein Fotoshooting des US-Künstlers Spencer Tunick sorgte in München am Samstag für viel nackte Haut. Rund 1.700 Menschen haben für ihn am frühen Samstagmorgen – beispielsweise um das Max-Joseph-Denkmal – posiert. Die Bayerische Staatsoper startete mit dem Projekt Der Ring ihre Opernfestspiele.
Ab 3.00 Uhr in der Nacht hatten sich die Teilnehmer am Marstallplatz ausgezogen und selbst mit Körperfarbe bemalt. Die roten und goldenen Leiber formierten sich anschließend an vier verschiedenen Orten zu Elementen aus Richard Wagners Ring des Nibelungen. Kurz nach Sonnenaufgang, bei einer Temperatur von knapp 13 Grad, machte Tunick seine ersten Aufnahmen. Hunderte rote Körper formten eine Flamme, sinnbildlich für Wagners Unterwelt "Nibelheim" – auf der Ludwigstraße mit Blick auf das Siegestor.
Einem feurigen Drachenschlund glich das Motiv auf dem Odeonsplatz. Der Max-Joseph-Platz war Treffpunkt für alle rot und golden bemalten Teilnehmer, die das Hauptmotiv bildeten – den Ring. Im prunkvollen Königssaal des Nationaltheaters stellte ein Berg aus goldenen Körpern zuletzt den angehäuften Reichtum dar.
"Das Anmalen der Körper, die Farben, die Orte und Formen – alles ist neu für mich und versetzt mich in große Aufregung", sagte der Fotokünstler. Der Ring ist Tunicks erste groß angelegte Aktion in Deutschland. Rund 80 freiwillige Helfer unterstützten die Mitarbeiter von Tunick.
"Es war eine wundervolle Erfahrung"
"Ich bin glücklich, in Deutschland zu arbeiten", sagte Tunick zum Abschluss seiner Installationen. Teilnehmer aus Israel oder England seien gemeinsam mit den Deutschen ein gutes Team gewesen. "Es war eine wundervolle Erfahrung."
Das Nationaltheater zeigt ab dem 30. Juni ein vierminütiges Video über das Münchner Shooting. Die nächsten Aufnahmen plant der Künstler in Berlin, Skandinavien und Italien. Für die Installation in München hatten sich ursprünglich sogar 2.500 Menschen gemeldet – doch etliche fehlten. Der Künstler hatte aus Erfahrung schon damit gerechnet, dass viele seiner potenziellen Modelle kurzfristig wieder abspringen.
Bekannt ist der New Yorker vor allem für seine gesellschaftskritischen Nacktfotografien. Tausende Menschen hat er bereits abgelichtet – unter anderem auf einem Gletscher, im Toten Meer sowie vor dem Opernhaus in Sydney.







Hoffe, dass sich die 1700 Menschen nicht erkaeltet haben bei dieser wundervollen Erfahrung. - Warum macht man/frau das?
Nebenbei und ohne Sozialneid:
... die öffentlichen finanziellen Zuwendungen je Besucher und Darbietung lagen (2009/2010) bei 94 Euro (Bayerische Staatsoper München). Zit. nach http://btpersp.wordpress....
Haben die Darsteller auch was bekommen?
Uns geht es gut, und die Farbe ging auch wieder ab (zumindest die goldene).
Ob es Kunst ist oder nicht, weiss ich nicht, finde die Fotos aber gut, und wie ein Teilnehmer wie ich denke im ZDF gesagt hat, man hat gesehen, dass jeder menschliche Körper schön ist. War in jedem Fall ein schönes Gruppenerlebnis ohne "böse" Hintergedanken. Nur ein wenig kalt war es schon, aber gemeinsam hält man es dann tapfer aus. Wir bekommen je ein Originalbild, hätte im Prinzip sicher einen relevanten Handelswert.
Zum Warum? Weil es ein Erlebnis war. Und weil das Heimradeln durch München mit goldenen Gesicht sogar die psychologisch noch interessanteste Erfahrung war.
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