Ein Fotoshooting des US-Künstlers Spencer Tunick sorgte in München am Samstag für viel nackte Haut . Rund 1.700 Menschen haben für ihn am frühen Samstagmorgen – beispielsweise um das Max-Joseph-Denkmal – posiert. Die Bayerische Staatsoper startete mit dem Projekt Der Ring ihre Opernfestspiele .

Ab 3.00 Uhr in der Nacht hatten sich die Teilnehmer am Marstallplatz ausgezogen und selbst mit Körperfarbe bemalt. Die roten und goldenen Leiber formierten sich anschließend an vier verschiedenen Orten zu Elementen aus Richard Wagners Ring des Nibelungen . Kurz nach Sonnenaufgang, bei einer Temperatur von knapp 13 Grad, machte Tunick seine ersten Aufnahmen . Hunderte rote Körper formten eine Flamme, sinnbildlich für Wagners Unterwelt "Nibelheim" – auf der Ludwigstraße mit Blick auf das Siegestor.

Einem feurigen Drachenschlund glich das Motiv auf dem Odeonsplatz. Der Max-Joseph-Platz war Treffpunkt für alle rot und golden bemalten Teilnehmer, die das Hauptmotiv bildeten – den Ring. Im prunkvollen Königssaal des Nationaltheaters stellte ein Berg aus goldenen Körpern zuletzt den angehäuften Reichtum dar.  

"Das Anmalen der Körper, die Farben, die Orte und Formen – alles ist neu für mich und versetzt mich in große Aufregung", sagte der Fotokünstler. Der Ring ist Tunicks erste groß angelegte Aktion in Deutschland. Rund 80 freiwillige Helfer unterstützten die Mitarbeiter von Tunick.

"Es war eine wundervolle Erfahrung"

"Ich bin glücklich, in Deutschland zu arbeiten", sagte Tunick zum Abschluss seiner Installationen. Teilnehmer aus Israel oder England seien gemeinsam mit den Deutschen ein gutes Team gewesen. "Es war eine wundervolle Erfahrung."

Das Nationaltheater zeigt ab dem 30. Juni ein vierminütiges Video über das Münchner Shooting. Die nächsten Aufnahmen plant der Künstler in Berlin , Skandinavien und Italien . Für die Installation in München hatten sich ursprünglich sogar 2.500 Menschen gemeldet – doch etliche fehlten. Der Künstler hatte aus Erfahrung schon damit gerechnet, dass viele seiner potenziellen Modelle kurzfristig wieder abspringen.

Bekannt ist der New Yorker vor allem für seine gesellschaftskritischen Nacktfotografien. Tausende Menschen hat er bereits abgelichtet – unter anderem auf einem Gletscher , im Toten Meer sowie vor dem Opernhaus in Sydney .