In Mailand sind rund hundert Zeichnungen und Gemälde des bedeutenden Barockmalers Caravaggio entdeckt worden. Das berichtet die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Experten fanden die Zeichnungen und Gemälde im Castello Sforzesco.

Die Werke, die Caravaggio wohl in seiner Jugend anfertigte, haben den Schätzungen der Expertengruppe zufolge einen Wert von rund 700 Millionen Euro. Die Stücke seien in einer Werkesammlung von Schülern des Malers Simone Peterzano entdeckt worden, ergab eine Untersuchung der italienischen Expertengruppe.

Die Forscher fanden demnach auch einen von Caravaggio geschriebenen Zettel. Eine graphologische Untersuchung habe ergeben, dass es sich um seine Handschrift handele. Am Freitag wollen die Wissenschaftler Maurizio Bernardelli Curuz und Adriana Conconi Fedrigolli ihre Ergebnisse offiziell vorstellen.

Caravaggio, der von 1571 bis 1610 lebte, lernte bereits im Alter von elf Jahren bei Peterzano und wird nach dem Herkunftsort seiner Eltern genannt. Sein eigentlicher Name war Michelangelo Merisi. Als italienischer Maler des Frühbarock zeichnete er sich durch seine neuartige und realistische Bildgestaltung aus.

Er behandelte vornehmlich christliche Themen und gilt zusammen mit Annibale Carracci als Überwinder des Manierismus und Begründer der römischen Barockmalerei. Er übte nachhaltigen Einfluss auf viele italienische, niederländische, französische, deutsche und spanische Maler seiner Zeit aus, die teilweise auch als Caravaggisten bezeichnet werden. Zu Caravaggios bekanntesten Werken gehören "Bacchus", "Abendmahl in Emmaus" und "Die Opferung Isaaks".